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Mühlbacher Schule stürzt Gemeinde in die Krise

Die Räte wollen die Schule. Doch das Geld reicht nicht, um sie zu sanieren. Eine Gemeinderätin entdeckt erste Reserven.

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Von Heike Sabel

Jahrelang haben die Müglitztaler um die Grundschule in Mühlbach gekämpft. Mit dem Vertrag mit Liebstadt gelang vor zwei Jahren die Rettung. Die Probleme sind damit aber nicht gelöst. Denn in den Jahren der Unsicherheit wurde fast nichts am Haus gemacht. Das muss nun nachgeholt werden – und stürzt die Gemeinde in eine Finanzkrise. Bis 2018 läuft ein Minus von über fünf Millionen Euro auf. So ist kein Haushalt beschlussfähig und die Schule nicht zu sanieren. Das ist den Räten und Bürgermeister Jörg Glöckner (CDU) klar. Doch wie kann eine Alternative aussehen?

Mathematiklehrerin und Gemeinderätin Ulrike Fischer (Heimatverein Maxen) hatte sich mit einem Buchhalter hingesetzt und akribisch alle Zahlen überprüft. Dabei ist sie auf einige Reserven gestoßen. Ihr Ergebnis: Beim Personal und den Abschreibungen sind im Haushalt Erhöhungen eingerechnet, die unrealistisch sind. Reserve gut, aber das sei mathematischer Unfug. Diese Rechenweise war bisher Bürgermeister Glöckners Prinzip. Denn rechnet man knapp, kann es eng werden. Was aber bezweckt man mit der einen oder anderen Rechnung? Eine Vermutung wird nur hinter vorgehaltener Hand geäußert: Man rechnet Müglitztal in die Pleite, um die Fusion mit Dohna zu forcieren. Angesichts einiger bereits gescheiterter Versuche durchaus nachvollziehbar. Jedoch dürften selbst die Müglitztaler, die für den Zusammenschluss sind, dafür nicht ihre Grundschule aufs Spiel setzen. Wie kann nun der Haushalt und damit die Mühlbacher Schule gerettet werden? Das Verschieben der Sanierung würde zwar rechnerisch vielleicht funktionieren, aber nicht praktisch, weil Sicherheitsauflagen erfüllt werden müssen, sagt Glöckner. Zwar sind für dieses Jahr nur die Planungskosten kalkuliert, doch mehr Zeit hat man trotzdem nicht.

Eine Untersuchung der Varianten Abriss und Neubau oder Sanierung ist obligatorisch. Dazu gehören im Falle einer Sanierung auch die Kosten für einen Container als Übergangsquartier. Abzuwägen ist in diesem Zusammenhang, dass früher mal 270 Schüler in die Schule gingen, heute sind es 70, sagte Michael Neumann (Wählervereinigung Feuerwehr). Am Fakt, dass das Geld nicht reicht, ändert die Variante nichts. Höchstens daran, wie viel fehlt.

Bleibt, die Zahlen zu korrigieren. Dazu wollen sich Ulrike Fischer und die Dohnaer Kämmerei verständigen. Bürgermeister Glöckner will zudem versuchen, mit dem Landkreis erst das Gespräch zu suchen und dann eine Lösung zu finden. „Die Schule wird gebraucht, das sieht auch der Kreis mit seinem Schulnetzplan so.“ Die Dohnaer Grundschule ist voll, die Kinderzahlen steigen wieder an.