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Mit der Uhr zum Gipfel

Eine Glashütter Uhrenfirma holt sich Tipps aus der Praxis. Das zahlt sich aus.

 3 Min.
Der badische Extrembergsteiger Robert Jasper ist oft in den Bergen unterwegs. Fast immer hat er eine Armbanduhr aus Glashütte dabei - zurzeit das Modell Promare Chronograph. Und das ist kein Zufall.
Der badische Extrembergsteiger Robert Jasper ist oft in den Bergen unterwegs. Fast immer hat er eine Armbanduhr aus Glashütte dabei - zurzeit das Modell Promare Chronograph. Und das ist kein Zufall. © PR

Von Maik Brückner

Glashütte. Der Uhrenhersteller Mühle hat sich seine Nische gesichert. Er stellt nicht nur klassische Armbanduhren, sondern auch robuste Taucher-, Flieger- und Bergsteigeruhren her. „Insgesamt haben fast 70 Prozent aller Mühle-Uhren eine sportliche Ausrichtung – sei es der S.A.R. Rescue-Timer im nautischen Umfeld oder die Terrasport im Bereich Fliegeruhren“, sagt Unternehmenssprecher Holger Hillenbrand.

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Mit diesen Zeitmessern ist der von Thilo Mühle geführte Uhrenhersteller auch erfolgreich. „Unser Familienunternehmen steht auf einer sehr soliden Basis, und die Entwicklung für 2017 entspricht ganz unseren Erwartungen“, sagt Thilo Mühle. Die Sportuhren machen rund 70 Prozent des Umsatzes aus. Dennoch muss sich auch Mühle den komplizierter gewordenen Marktbedingungen stellen. „Aktuell steht die Uhrenbranche der Herausforderung gegenüber, die Wünsche ihrer Kunden genau kennenzulernen und ins Zentrum ihres Handelns zu stellen“, sagt der Firmenchef. Bei Mühle setzt man dabei auf ein bewährtes Muster. Es werden nicht nur neue Uhren auf den Markt gebracht.

Fast immer hat er eine Armbanduhr aus Glashütte dabei – zurzeit das Modell Promare Chronograph. Und das ist kein Zufall.
Fast immer hat er eine Armbanduhr aus Glashütte dabei – zurzeit das Modell Promare Chronograph. Und das ist kein Zufall. © PR

Damit die Uhrenfans später auch zugreifen, setzt der Geschäftsführer auf Tester aus der Praxis. „Als begeisterter Sportler ist es mir besonders wichtig, dass unsere Uhren nicht nur sportlich aussehen, sondern auch höchsten sportlichen Anforderungen gerecht werden“, erklärt er. Den Beweis müssen die Uhren unter Extremsituationen erbringen. Gegenwärtig wird das Modell Promare Chronograph auf Herz und Nieren geprüft.

Mühle konnte dafür den Extrembergsteiger Robert Jasper gewinnen. Dieser testete bereits 2001 die Outdooruhr A.T.P.-one. Dieser Zeitmesser verfügt über ein digitales Zusatzdisplay mit einem Höhenmesser sowie einem Barometer. Jasper, der 1991 von sich reden machte, als er die drei großen Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn im Alleingang durchstieg, zeigte sich damals zufrieden. Auch die neue Uhr gefällt ihm. Diese trage sich sehr leicht. „Durch ihr robustes Gehäuse und das wasserfeste Kautschukband ist sie sehr gut auf die Bedürfnisse von Sportlern wie mir abgestimmt“, erklärt Jasper.

Thilo Mühle ist gespannt, wie das Endurteil ausfällt. Bisher hat sein Unternehmen neun Uhren testen lassen. In einigen Fällen fiel das in die Entwicklungsphase, in anderen war es erst nach der Markteinführung. Eine Ausnahme bildete das Modell S.A.R. Rescue-Timer. Diese Uhr hatte Mühle gemeinsam mit den Seenotrettern entwickelt. „Sie wird seit 2002 von den Vorleuten getestet“, sagt Holger Hillenbrand, also den Kapitänen. Die Seenotretter gaben auch schon Tipps, was besser werden sollte. Unter anderem fanden sie Band und Schließe nicht sehr handlich. Auch bei der Taucheruhr Rasmus 2000 gab es Verbesserungsbedarf. Forschungstaucher, die mit der Uhr unterwegs waren, urteilten, dass bestimmte Farbunterscheidungen auf der Lünette für das reine Tauchen unwichtig sind, weil diese schon nach wenigen Metern unter Wasser nur noch schwarz erscheinen. Die Entwickler der Mühle-Uhren haben diese Anregungen beherzigt. „So entstanden einzigartige Uhren“, sagt Hillenbrand.

Deshalb wolle man an den Testern weiterhin festhalten. Andere Uhrenfirmen gehen diesen Weg nicht oder seltener. Bei Tutima komme es gelegentlich vor, dass jemand von außerhalb eine Uhr erhält, um sie zu testen. „Allerdings ist das nicht sehr häufig“, sagt Alexander Philipp von Tutima. Die Mitbewerber Lange Uhren, Glashütte Original und Nomos Glashütte geben Uhren leihweise an Journalisten heraus, damit diese sie testen und später darüber berichten.

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Danach gehen die Uhren wieder zurück. Ähnlich ist es auch bei Mühle, die Uhren bleiben fast immer im Eigentum der Firma. Bei den Forschungstauchern der Uni Rostock machte das Unternehmen eine Ausnahme. Fünf Zeitmesser des Modells Rasmus 2000 wurden der Uni für die Taucherausbildung ihrer Studenten überlassen. „Diese Uhren werden im Institut aufbewahrt und werden von verschiedenen Personen getragen“, sagt Hillenbrand.

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