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Münzschatz in Baugrube gefunden

Die Silberpfennige aus dem 13. Jahrhundert zeigen den Reichtum des Seußlitzer Klosters.

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Nünchritz. Überraschung beim Schachten: Für den Einbau eines Flüssiggasbehälters in Seußlitz musste im nordwestlichen Bereich des ehemaligen Friedhofsgeländes eine große Baugrube angelegt werden. Beim Ausheben der Grube etwa 30 Meter vom Chor der ehemaligen Klosterkirche entfernt, konnte in knapp einem Meter Tiefe ein Münzschatz geborgen werden.

Der Schatzfund besteht laut Landesamt für Archäologie aus 18 ineinander gestülpten Hohlpfennigen und kann in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert werden. Die Silberpfennige besitzen einen Durchmesser von rund 3,5 Zentimetern. Sie dürften ursprünglich in einem organischen Behältnis, vielleicht in einem Stoffbeutel abgelegt worden sein, der aber im Lauf der Zeit vergangen ist. Ob die Münzen neben einer Bestattung deponiert waren oder aus anderen Gründen hier niedergelegt wurden, wird sich nicht mehr klären lassen. Dennoch erinnert der überraschende Fund daran, dass das 1268 von Markgraf Heinrich dem Erlauchten zum Gedenken an seine Gattin Agnes gestiftete Kloster angemessen ausgestattet gewesen sein muss.

In der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes werden die gut erhaltenen Stücke wissenschaftlich ausgewertet. (SZ)