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Mundschutz zum "Selberpflücken"

Die Kirchgemeinde Graupa-Liebethal verschenkt jetzt Mund-Nasen-Bedeckungen. Eine Spende ist gern gesehen. Das Angebot kommt gut an.

Mehrere Mund-Nasen-Masken werden von Reinhard Wehle und Sabine Kunert von der Kirchgemeinde Graupa-Liebethal an einem Ast befestigt. Diese können gegen eine Spende mitgenommen werden.
Mehrere Mund-Nasen-Masken werden von Reinhard Wehle und Sabine Kunert von der Kirchgemeinde Graupa-Liebethal an einem Ast befestigt. Diese können gegen eine Spende mitgenommen werden. © Daniel Schäfer

Heiß begehrt sind derzeit Mundschutze. Das musste auch schon der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert erfahren, der zahlreiche Exemplare kostenlos ausgeben ließ, aber den Ansturm seiner Bürger darauf völlig unterschätzt hatte. Es bildeten sich langen Schlangen um das Dresdner Rathaus, Sicherheitsabstände wurden dabei nicht eingehalten.

In Graupa läuft die Sache disziplinierter. Der Hauskreis der Kirchgemeinde Graupa-Liebethal hat jetzt einen Baum an der Feierhalle hinter der Graupaer Kirche aufgestellt. Daran hängen zahlreiche Mundschutze in verschiedenen Größen, die ehrenamtlich von Helfern  in dem Ort genäht wurden. Die Mundschutze wurden in Tüten verpackt. "Wer möchte, kann sich ein Exemplar nehmen", sagt Michael Holzweißig, Mitglied des Hauskreises. Viele hätten von diesem Angebot schon Gebrauch gemacht. "In erster Linie möchten wir mit der Aktion älteren Menschen helfen, die jetzt für das Einkaufen und in Bussen und Bahnen einen Schutz benötigen", informiert Holzweißig.  Geld wird nicht verlangt, über eine Spende freut sich jedoch die Kirchgemeinde. Die so gesammelte Summe soll später den fleißigen Näherinnen für ihre Auslagen übergeben werden.

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Wenn der Baum "leergepflückt" ist, werden weitere Mundschutze angebracht. In diesem Zusammenhang weist Holzweißig darauf hin, dass es sich natürlich nicht um medizinische Hygieneschutz-Produkte handelt. "Wir reden lieber von einer Mund-Nasen-Bedeckung."

Eigentlich kommt der Hauskreis der Kirchgemeinde Graupa-Liebethal regelmäßig in den Wohnungen zusammen, um sich über biblische Themen, aber auch Alltagsthemen auszutauschen. Doch das geht in Corona-Zeiten nicht. Dennoch sind sich die zehn Mitglieder nahe, die jetzt über Videokonferenz kommunizieren. Und dabei erstaunliche Kreativität entfalten. So wurde auch eine Wäscheleine an das Kirchenportal gespannt, an der Sprüche und Erbauliches gegen die Corona-Krise hängen. Wer möchte, darf sich einen Spruch mitnehmen.

Und ein weiteres Problem ist den Mitgliedern aufgefallen. "Besonders die Senioren leiden in der jetzigen Situation", so Holzweißig. Der Hauskreis habe bemerkt, dass die Versorgung der Haushalte von älteren Mitbürgern zwar gut funktioniere. "Aber den Menschen fehlt die Ansprache", berichtet der Graupaer. Deshalb übernehmen die Mitglieder des Hauskreises Telefondienst, um bei den älteren Mitbürgern anzurufen und mit ihnen bei Bedarf ins Gespräch zu kommen.

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