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Freital

Mundverbot vertreibt Rechte nicht

SZ-Redakteurin Verena Schulenburg über den Umgang mit einem Zeltlager.

© Montage: SZ

Dieses Ereignis hat eingeschlagen. Das Zeltlager der Jugendgruppe Sturmvogel, in dem über Pfingsten eindeutig rechtsextremes Gedankengut zelebriert wurde, hat die Spechtshausener schockiert – aber nicht erstarren lassen.

Anstatt sich wegzuducken, mucken die Einwohner des kleinen Ortes am Tharandter Wald auf. Spontan bepinselten sie Banner, sammelten in den vergangenen Tagen zig Unterschriften und suchen bei den Stadtvertretern offene Ohren. Doch dort will man das unbequeme Ereignis vom vergangenen Wochenende lieber hinter verschlossenen Türen statt öffentlich diskutieren. Einige Einwohner berichten sogar davon, die Rathausspitze habe ihnen dringend davon abgeraten, zur öffentlichen Stadtratssitzung den Vorfall zu thematisieren – die Presse hört schließlich mit. Bloß nicht noch mehr Aufregung um diesen aufregenden Fall?

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Spechtshausener protestieren gegen ein Zeltlager der Sturmvögel. Im Rathaus wird das Thema dagegen öffentlich gemieden.

Auch wenn sich die Einwohner von Spechtshausen heute wünschen würden, dass es das Camp nie in ihren Ort gezogen wäre, so hatten sie doch nur eine Wahl: nämlich entscheiden, wie sie damit umgehen. Mit ihrem lautstarken Bürgerprotest haben sie Mut und Charakter bewiesen. Nicht die Frage der Öffentlichkeit macht das Image ihres Dorfes, sondern die Frage des Umgangs mit Problemlagen. Hier haben die Spechtshausener vorbildlich reagiert.

Kontakt: [email protected]ächsische.de

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