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Muse küsst auch Mathematiker

Mathefreaks haben Pickel, keine Freunde, und vor allem haben sie keine Ader für Kunst. So weit, so falsch. Die Schüler des Heisenberggymnasiums wollen am 20. November um 18 Uhr in der Stadthalle „Stern“ zeigen, dass sie mehr drauf haben, als mit Zahlenreihen und Formeln zu jonglieren.

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Von Ines Klotz

Mathefreaks haben Pickel, keine Freunde, und vor allem haben sie keine Ader für Kunst. So weit, so falsch. Die Schüler des Heisenberggymnasiums wollen am 20. November um 18 Uhr in der Stadthalle „Stern“ zeigen, dass sie mehr drauf haben, als mit Zahlenreihen und Formeln zu jonglieren. Da frönt einer heimlichen Leidenschaft.

Längst ist erwiesen, dass beispielsweise logisches Denken und Klavierspiel einander fördern, und manch begnadeter Wissenschaftler war oder ist auch musikalisches Genie oder Künstler. Nun wird nicht gleich jeder Abiturient ein zweiter Leonardo da Vinci oder Johann Wolfgang von Goethe, aber die Schüler vom Werner-Heisenberg-Gymnasium verstehen sich lieber als allseits begabte Talente, denn als Fachidioten. Auch wer sich für eine naturwissenschaftlich-mathematische Ausbildung entschieden hat, will seinem Affen mal Zucker geben. „Wir haben so viele Schüler, die etwas außerhalb des Unterrichts machen, was sonst kaum Erwähnung findet“, sagt Christine Stumpf, Fachlehrerin für Deutsch. All dies wird jetzt gebündelt in einer Veranstaltung KIG – Kultur im Gymnasium – und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ohne zeitlichen Druck läuft nichts

Doch der Weg ins KIG ist steinig. Im Programm wird nur aufgenommen, wer vor einer Jury aus Schülern und Lehrern besteht. Die Mädchen der 8s erinnern sich an den Tag der Wahrheit nach den Herbstferien ganz genau. „Wir waren furchtbar aufgeregt und fanden uns hinterher total schlecht“, sagt Anna-Sophie Klotz. Aus den fast 30 Einzelbeiträgen, vom Solisten bis zur ganzen Klasse, wird ein Gesamtprogramm erstellt, das in diesem Jahr unter dem Motto Heisenberg-TV steht. Einzelne Fachlehrer unterstützen die Schüler während der zwei Wochen Vorbereitungszeit. „Diese kurze Spanne hat sich bewährt. Die Schüler brauchen zeitlichen Druck, um intensiv zu üben“, weiß Christine Stumpf aus Erfahrung. Sie probt mit ihrer Theatergruppe, die wie eine Art roter Faden für die Überleitungen verantwortlich ist. Dazwischen gibt es alles, von Instrumentalstücken, Gesang über Akrobatik, Karate, Laienspiel, Chor, Sprechbeiträge, Theater bis hin zur Gruppe der Cheerleader und natürlich der Schulband.

„Manches bleibt bei solchen Massen von Teilnehmern Improvisation, aber gerade das wirkt ja so lebendig und fröhlich“, bemerkt die Deutschlehrerin. Aus der Taufe gehoben wurde KIG schon 1994. Mittlerweile sei es die siebente Veranstaltung dieser Reihe. Ganze Schülergenerationen haben sich seit dem als Multitalente und musikalische Zahlenkünstler entpuppt und ihre Umwelt verblüfft.

Auch die Mädchen der 8s wollen sich zeigen, wie sie sonst keiner kennt. „Das wird bestimmt lustig, und die Leute wollen hoffentlich eine Zugabe“, freut sich Caroline Raue schon im vorab.