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Ritterliche Begrüßung

Wo Dohnas Geschichte lebt: Die Stadt hat ihr Museum zurück. Mit einer Enttäuschung, einer Bekanntschaft und einem neuen Blick auf Bekanntes.

Sehen nur auf den ersten Blick kampfeslustig aus und als ob sie den Eingang versperren: Jens Fischer (l.) als Ritter Karl und Jörg Recknagel als Burggraf Heinrich.
Sehen nur auf den ersten Blick kampfeslustig aus und als ob sie den Eingang versperren: Jens Fischer (l.) als Ritter Karl und Jörg Recknagel als Burggraf Heinrich. © Steffen Unger

Die schwerste Aufgabe hatten zur Wiederöffnung des Dohnaer Museums am Sonnabend die zwei Ritter. Ihre Montur wiegt nämlich runde 30 Kilogramm. Damit sind sie rundherum geschützt. Und was aussieht, als würden sie den Besuchern den Eintritt verwehren, ist eine Ehrerbietung - für die Gäste und das Museum. Grund der Ehre: die Wiederöffnung. 

Jörg Recknagel und Jens Fischer gehören wie der Gutsverwalter und Wippdrechsler zur Mittelalter-Gruppe des Kulturvereins Dohna. Sie haben das Eröffnungswochenende mitgestaltet. Am Sonnabend war zudem die Buchdruckerwerkstatt am Markt, am Sonntag die Kirche offen, und es wurden Stadtführungen angeboten.

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Geschichte für alle Sinne

Bevor die Säbel das erste Mal den Eingang freigaben, warteten schon um die 20 Leute vorm Museum. Vor dreieinhalb Jahren wurden dessen Türen geschlossen. Zunächst für die Arbeiten für den Brandschutz, dann kam der komplette Umbau der Ausstellung dazu. Dass der noch immer nicht fertig ist, enttäuschte Frau Vogtländer. Die Dohnaerin hatte nach so langer Zeit doch etwas mehr erwartet. Dafür ist der langjährige Ortschronist Kurt Woyack zufrieden. Er und die neue Museumsleiterin Kathrin Penndorf lernen sich am Sonnabend erstmals persönlich kennen. Die junge engagierte Frau will vom Wissen des Dohna-Kenners profitieren. 

Das zu vermitteln ist auch Anliegen der Ritter. Wenn Jörg Recknagel als Burggraf Heinrich sein gepolstertes und geschütztes Knie zeigt und die Leute in etwas wundersamer Sprache anspricht, nimmt er sie mit in die Dohnaer Geschichte, die das Museum nun neu und weiter als bisher erzählt. Es lohnt, sich auf diese Reise einzulassen. Die Museumsmacher scheinen das Idealmaß zwischen nicht zu viel und nicht zu wenig Text gefunden zu haben, ergänzt um Geschichte zum Anfassen, Sehen und Hören. Kathrin Penndorf denkt schon an eine Begleitbroschüre für die, die mehr wissen wollen. Am Sonnabend aber ist sie erst einmal froh, das Museum nun endlich öffnen zu können. Auch wenn es wie gesagt, noch nicht komplett ist. Es wird noch bis 2022 dauern, bis auch der Teil zum städtischen Leben fertig ist.

In der Mitte der Stadt

Nicht nur die Ritter waren froh, dass es am Sonnabend nicht regnete und am Sonntag noch die Sonne raus kam. Und das ganz eigennützig. Denn wenn ihre Kettenhemden und -kragen nass werden, dauert der Kampf gegen den Rost lange. Für die Mittelalter-Freunde war es nach ausgefallenen Terminen wieder der erste Auftritt in der Öffentlichkeit. 

Ein dritter Ritter stand am Aufgang zu den Räumen. Immer nur zehn durfte er reinlassen. Wer noch nicht oder schon dran war, stärkte sich im Museumshof, wo wie immer gemütlich zu Kaffee, Kuchen und Wein eingeladen wurde. Ein paar Schritte weiter war man schon wieder im Mittelalter - an einer Tafel, auf Holzstühlen, beim Armbrustschießen. 

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Auch wenn es am Ende nicht die große und verschobene Eröffnung des Museums war, Kathrin Penndorf, die Mittelaltergruppe und die Stadt wollen das Museum wieder dorthin holen, wo es in der Stadt auch steht: in die Mitte. 

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