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Einbrecher stehlen mobile Disco aus Garage

Die Zittauer "Phoenix-Diskothek" ist als mobiler Spaßmacher bekannt. Dem ehemaligen DJ droht wegen des Einbruchs jetzt der Ruin.

Matthias Hähnel an seiner aufgebrochenen Garage in Zittau.
Matthias Hähnel an seiner aufgebrochenen Garage in Zittau. © Markus van Appeldorn

Auch die Polizei ist manchmal originell, wenn es darum geht, aus ihrem Einsatzgeschehen zu berichten. "Klangloser Beutezug" lautet die Überschrift eines Achtzeilers im Pressebericht der Polizeidirektion Görlitz vom 25. Juli. Von einem Einbruchsdiebstahl in eine Garage an der Zittauer Brückenstraße ist da die Rede. Beinahe Allerwelts-Kriminalität mittlerweile. Doch für das Opfer sind die Auswirkungen existenziell.

Verärgert steht Matthias Hähnel am hölzernen Tor seiner Garage. Neue Schlösser hat er noch nicht angebracht - der Raum ist jetzt ja sowieso leer. Bis vor Kurzem stand noch ein Anhänger darin, voll beladen mit Musiktechnik. Jahrelang tingelte Hähnel unter dem Pseudonym "DJ Mattl" durch die Oberlausitz. Er hat das mal richtig gelernt. Im Hauptberuf war er zwar Stempelmachermeister, aber zusätzlich hat er eine Art Diplom als "Staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter" - so was gab's noch, damals in der DDR. "Sogar Marxismus-Leninismus gehörte zur Ausbildung" erinnert er sich. Mit seiner mobilen "Phoenix Discothek" erwarb er sich eine gewisse Prominenz, sorgte auf Dorffesten oder Familienfeiern für gute Laune. Dann wurde er arbeitsunfähig und übergab das Geschäft an einen Partner. Der Anhänger und weiteres Disco-Equipment waren aber immer noch in seiner Garage untergestellt.

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Der auffällige Planenanhänger hat das amtliche Kennzeichen ZI-V 29.
Der auffällige Planenanhänger hat das amtliche Kennzeichen ZI-V 29. ©  privat

Mit Musik und guter Laune ist es jetzt jedenfalls erst mal vorbei. Wann die Einbrecher genau kamen, er weiß es nicht. "Den letzten Auftritt hatten wir am 29. Juni beim Sportfest in Ruppersdorf, einem Sonnabend", erzählt er. In den frühen Morgenstunden des 30. Juni habe er den Anhänger und zwei große Musikboxen dann in der Garage abgestellt und sie verschlossen. Erst am vergangenen Mittwoch, dem 24. Juli, kam Matthias Hähnel wieder zu seiner Garage, weil ein Freund sich für ein Fest zwei Lautsprecher-Boxen ausborgen wollte. "Da sah ich, dass die Garagentür nur mit einem Stöckchen gesichert war", erzählt er. Der Anhänger und die darin gelagerten Boxen waren verschwunden.

Noch immer ist Matthias Hähnel schleierhaft, wie die Einbrecher hineingelangen konnten. "Außer dem Türschloss war die Tür mit zwei Panzer-Vorhängeschlössern gesichert. Angeblich unknackbar", sagt der 55-Jährige. Doch die Einbrecher hatten anscheinend genügend Zeit. Die Garagen-Anlage liegt am Rand der Brückenstraße. Die nächsten Nachbarn sind weit und nachts ist es dort so finster, dass man von der Straße aus kaum sieht, ob sich dort jemand herumtreibt. Außer einigen Freunden wusste niemand, dass die wertvolle Technik in der Garage lagerte. Aber Matthias Hähnel hat eine Vermutung: "Ich glaube, die Täter haben den Anhänger schon in Ruppersdorf abgestellt gesehen und sind uns nachts nach dem Auftritt gefolgt." Auch die benachbarte Garage wurde aufgebrochen. Dort verschwanden aber nur ein paar Werkzeuge. "Wahrscheinlich haben die Täter sich zuerst in der Garage geirrt", vermutet Hähnel.

Jedenfalls müssen die Täter mit reichlich Transportvolumen angerückt sein. Zum einen müssen sie ein Fahrzeug mit Anhängekupplung gehabt haben, außerdem noch genügend Stauraum, um die zusätzlich abgestellten Musik-Boxen mitnehmen zu können. Die Polizei hat noch keine Spur von dem Hänger mit dem amtlichen Kennzeichen ZI-V 29. Matthias Hähnel hat jetzt aber möglicherweise ein großes finanzielles Problem. Er ist arbeitsunfähig und lebt von Sozialhilfe. Gut 8.000 Euro kostet die Wiederbeschaffung des Disco-Equipments - das ihm nicht gehörte, aber bei ihm untergestellt war. "Die Technik selbst war nicht versichert", sagt er. Möglicherweise kommt seine Haftpflichtversicherung für den Schaden auf - doch gewiss ist das noch nicht.

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