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Musik-König der Herzen tanzte auf Leppersdorfer Tischen

In Leppersorf herrschte in der Sonnabendnacht eine tolle Stimmung: Adolf Kiertscher war zu Gast.

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Von Bernd Goldammer

Christoph Hammer kommt aus Rammenau und mag handgemachte Musik. Sein Vater hatte von dieser Band geschwärmt. Doch wird diese Musik den 18-Jährigen überzeugen? Um das herauszufinden lockte ihn sein Vater in die Vollmilchzone zwischen Pfefferkuchenstadt und Bierstadt, nach Leppersdorf.

Party im Festzelt

Das Bierzelt war gut gefüllt, alle Altersgruppen vertreten. Anfangs fremdelte Christoph ein wenig. Doch nur so lange bis Adolf Kiertscher und seine Musiker die Bühne betraten. Ab diesem Moment wurde aus dem Leppersdorfer Bierzelt der Nabel der Lausitz, denn ihr Musik-König war zu Gast. Schon mit dem ersten Song kam Party-Stimmung auf.

Für Klaus Webersinke, den Leppersdorfer Dorfklubchef, ist das normal. „Adolf Kiertscher war mit seiner Kapelle Oberland schon oft hier! Hier wird gleich die Post abgehen, ich weiß nur noch nicht wohin“ blickte er voraus. Christoph staunte nicht schlecht, viele aktuelle Songs kommen passgenau. In Stimmlage und Sound werden sie als etwas Besonderes interpretiert. Gut, dass können viele Bands, merkte Christoph an. Zu diesem Zeitpunkt hält der Besucherstrom noch immer an. Auch in den Häusern und Gärten rund um den Festplatz haben es sich Anwohner bequem gemacht. Wenn in Leppersdorf Dorffest ist, dann genießen alle mit. Aurelia Lengert, Hannelore Schreyer und Halina Beier logierten an einem Holzschober vor der Wiese. Das Festzelt war von dort aus in romantischen Farben zu erleben. Doch was man von da aus nicht sehen konnte: Bereits nach 30 Minuten begann es im Zelt zu brodeln. Adolf Kiertscher mischte es auf seine Weise auf. Song folgte auf Song.

Tanzeinlage zur Folklore

Plötzlich glaubte Christoph seinen Augen nicht zu trauen: Der Bandleader sprang plötzlich hinter seinem Keyboard hervor . Wenige Sätzen genügten, plötzlich stand er auf einem Tisch. Mit ausgestreckten Armen tanzte er nach Klängen griechischer Folklore. Das Publikum tobte und klatschte rythmisch Beifall. So kennt es Christoph von den Rock-Konzerten die er bisher besuchte, nur dass die Leute dort viel jünger sind. „Er hat sie alle im Griff“ lachte er.

Gerade vertieft sich der junge Mann wieder in die Musik, als Adolf Kiertscher zur nächsten Überraschung ausholte. Er nahm seine Trompete von der Orgel, Sekunden später erklang seine Ansage: „Ich bitte auf die Wiese, vorm Zelt“. In Leppersdorf weiß man, dass hinter diesem Spruch etwas Besonderes steht. Die drei Damen am Holzschober hatten damit nicht gerechnet: Plötzlich stand ein Vollblutmusiker mit seiner Trompete vor ihnen. Im gleichen Atemzug erwiesen sich die Musiker seiner Band als exzellente Chorsänger. „Im schönsten Wiesengrunde“ rief Kiertscher ihnen noch zu und hob seine Trompete zum Mund. Oben auf dem Damm vorm Zelt standen die Leute und staunten. Nein, das hatte es hier noch nicht gegeben. Volkslieder, längst verloren und vergessen geglaubt, legten sich plötzlich über die Wiesen und Felder. Mancher spürte, angesichts dieses ungewöhnlichen Konzertortes wohltuende Schauer auf dem Rücken. „Wahnsinn“, so hört sich der kurze anerkennende Kommentar eines 18-Jährigen an.