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Musikschule trauert um ihren Chef

Görlitz. Der Musikschulverein Johann-Adam Hiller trauert um Holger Gruhne. Der Direktor der Schule ist eines der beiden Opfer, die am vergangenen Freitag bei dem Bus-Unglück in Ägypten ums Leben gekommen sind.

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Görlitz. Der Musikschulverein Johann-Adam Hiller trauert um Holger Gruhne. Der Direktor der Schule ist eines der beiden Opfer, die am vergangenen Freitag bei dem Bus-Unglück in Ägypten ums Leben gekommen sind. Gruhne wurde nur 34 Jahre alt.
Der Gründer des Musikschul-Vereins und einstige Vorsitzende Michael Mochner reagierte fassungslos auf diese Nachricht. Gruhne habe die Musikschule entscheidend geprägt. Der Musiklehrer hatte 1996 die Leitung übernommen, kurz bevor sie von der Stadt Görlitz abgegeben und dem Trägerverein übergeben wurde. Zuvor war Holger Gruhne seit 1990 stellvertretender Direktor.
Seit 1986 arbeitete Gruhne als Musiklehrer an der Görlitzer Schule, zunächst auf Honorar-Basis. Die erste Berührung mit der Musik hatte er als Jugendlicher an der Musikschule in Bischofswerda, wo Holger Gruhne aufgewachsen ist. Nach dem Abitur spielte er Trompete im Blasorchester der NVA, das damals im Görlitzer Ständehaus stationiert war. Per Fernstudium bildete er sich an der Musikhochschule Carl-Maria von Weber in Dresden zum Musiklehrer aus.
Der bescheiden auftretende Musikpädagoge legte in seiner Zeit als Direktor besonderen Wert auf die Orchester-Arbeit. "Das gemeinsame Musizieren war ihm sehr wichtig", sagte sein enger Mitarbeiter Christian Voigt gestern zur SZ. Voigt würdigte die Aufgeschlossenheit Gruhnes. Er habe die Musikschule auch für neuartige Angebote geöffnet wie Step-Tanz oder den orientalischen Tanz. Mit dem "Musikgarten" initiierte Gruhne die musikalische Erziehung von Kleinkindern zwischen zwei und vier Jahren.
Voigt sprach von einer besonderen Tragik: In einer brisanten Phase habe Holger Gruhne die Leitung der Schule übernommen. "Und in einer vielleicht noch brisanteren Phase wird er jetzt aus seiner Arbeit gerissen." Bis zuletzt hatte sich Gruhne dagegen gewehrt, dass die Stadt ihren Zuschuss für die Einrichtung drastisch kürzt. Darüber muss heute der Stadtrat beschließen.
Wann Holger Gruhne beerdigt wird, ist noch nicht geklärt. (SZ/fs)

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