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Muss das sein?

Die Straße zwischen Leschen und Meila wird gebaut. Die einen ärgert die Vollsperrung, andere nehmen sie gelassen.

Von Cathrin Reichelt

Seit gestern müssen die Nutzer der Straße zwischen Meila und Leschen umdenken. Für die Sanierung der Fahrbahn ist der Abschnitt voll gesperrt. „Selbst ein Kunde aus Dreißig konnte heute nicht bis zu mir kommen. Und das ist nur ein Dorf weiter“, sagt Michael Grafe. Er betreibt in Leschen einen Fahrzeugservice und befürchtet durch die Vollsperrung der Straße Einbußen.

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Grafe hätte es für günstiger gehalten, wenn die Straße etappenweise oder mit einer halbseitigen Sperrung saniert worden wäre. Wenn sich die Kraftfahrer am Petersberg an die Beschilderung halten, sei für viele dort Schluss. In Richtung des Stahlbaus Lüttewitz werde gebaut und nun auch in die andere Richtung.

Michael Grafe hofft auf so viel Entgegenkommen der Bauarbeiter, wie sie es bereits in den 1990er Jahren einmal gezeigt haben. Damals war die Straße zwischen Lüttewitz und den Geleitshäusern saniert worden. Haben die Kraftfahrer mit den Arbeitern gesprochen, fanden die auch immer einen Weg, die Durchfahrt zu ermöglichen. Außerdem werde Grafe seine Kunden bei der Terminvereinbarung auf die Sperrung hinweisen.

Mehr mit Betroffenen sprechen

Henri Klingner betreibt in Dreißig eine Tischlerei. Zu ihm kommen keine Kunden. Er fährt zu ihnen. „Außerdem gibt es Telefon und Internet“, meint er. Nur bei Anlieferung von Materialien könnte es in den nächsten Wochen zu Schwierigkeiten kommen. Auch Klingner hätte eine halbseitige Sperrung bevorzugt. Außerdem hätte er sich gewünscht, dass die Anlieger, also die Steuerzahler, mit in die Planungen einbezogen worden wären. „Dann schimpfen die Leute auch nicht so auf die Entscheidungen. Jetzt entsteht nur unnötiger Frust“, meint Klingner.

Als Barbara Kujus, Leiterin der Kindertagesstätte Lüttewitz, am Morgen in die Einrichtung fuhr, war die Straße noch offen. Als dann die Eltern ihre Kinder brachten, äußerten einige bereits ihre Bedenken. Weil auch in Gertitzsch und Teeschütz gebaut wird, müssen Eltern aus dieser Gegend über Choren fahren. Das kostet nicht nur Zeit. An der Ausfahrt von Teeschütz müssen sie in einer Spitzkehre in Richtung Petersberg abbiegen und dabei die Vorfahrt von Fahrzeugen beachten, die aus Döbeln kommen. „Das ist eine gefährliche Stelle. Alle hoffen, dass dort niemandem etwas passiert“, meint Barbara Kujus. Insgesamt ist sie aber froh über die Sanierung. Seit sie 1988 in der Kita begonnen hat, wurde an der Fahrbahn noch nie etwas gemacht. „Das war eine schlimme Straße“, sagt sie. „Da müssen wir eben mal ein paar Wochen durch.“

Arbeiten dauern bis Mitte Juli

Die Fahrbahnen der B 175 zwischen den Anschlussstellen Döbeln-Ost und Nossen-Nord und der Staatsstraße S 35 werden abschnittsweise im Bereich von Leschen bis Meila instand gesetzt oder erneuert. Die Umleitung führt über die S 32 und B 175.Voraussichtlich werden die Arbeiten in diesem Bereich bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Anschließend wird die B 175 ab Höhe des Gewerbegebietes bis hinter Choren abschnittsweise unter Vollsperrung saniert. Das gesamte Projekt soll Mitte August beendet sein und wird rund 1,3 Millionen Euro kosten.