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Muss ich wirklich auf Instagram sein?

Millionen Deutsche nutzen bereits die Foto-Plattform. Und der Einstieg ist nicht schwer: 10 Tipps zum Einrichten, Entdecken und Ausprobieren.

Das Selfie ist auf Instagram eines der beliebtesten Fotomotive. Mit Filtern lässt sich das Foto ganz einfach verschönern.
Das Selfie ist auf Instagram eines der beliebtesten Fotomotive. Mit Filtern lässt sich das Foto ganz einfach verschönern. © imago/PhotoAlto

Eine Plattform für spontane Schnappschüsse, die per App geteilt und kommentiert werden – das ist Instagram. Allein in Deutschland gibt es inzwischen mehr als 15 Millionen Nutzer, weltweit sind es über eine Milliarde. Modetrends, Essen, Wohnen, Reisen: Normalbürger und Promis breiten bei Instagram ihr Privatleben aus, um möglichst viele Abonnenten zu sammeln. Hierzulande sind vor allem Fußballer zu „Follower-Millionären“ geworden: In den Top 10 der deutschen Instagrammer mit den meisten Abos haben es unter anderem Toni Kroos, Mesut Özil und Manuel Neuer geschafft. Doch auch Internet-Berühmtheiten wie Lisa und Lena oder Bianca Heinicke alias Bibi landen in der Rangliste.

Instagram hat den privaten Umgang mit Fotos revolutioniert. Wurden Urlaubsbilder früher in Alben geklebt und herumgezeigt, lädt man die Schnappschüsse heute sofort auf die Plattform hoch – oder veredelt sie vorher noch mit einem der unvermeidlichen Filter. Für Jugendliche ist ein schicker Instagram-Account inzwischen wichtiger als ein Facebook-Konto.

Um Neulingen den Einstieg zu erleichtern, hat die Stiftung Warentest ein Ratgeber-Buch zu Instagram veröffentlicht. Die wichtigsten Tipps im Überblick.

1. Beim Anmelden mit Daten knausern

Die kostenlose Instagram-App für Apple iOS oder Google Android ist schnell installiert. Die Warentester raten dazu, sich mit einem separaten Nutzerkonto anzumelden, statt sich über die Plattform der Konzernmutter Facebook registrieren zu lassen. Wer so wenig wie möglich preisgeben will, sollte für die Anmeldung eine neu angelegte E-Mail-Adresse eines Anbieters wie GMX, Google Mail oder Posteo verwenden. 

Das sorgt allerdings auch dafür, dass man von Angehörigen und Freunden, die diesen Mailaccount nicht kennen, schlechter gefunden wird. Wichtig: Erlaubt man Instagram, die lokal auf dem Smartphone gespeicherten Kontakte zu synchronisieren, gibt man sie dem Netzwerk preis.

2. Bei den Profis gucken

Ist man in der App angemeldet, schlägt Instagram Profile vor, denen man folgen kann. Es ist keine schlechte Idee, zunächst ein paar Promis zu folgen, die man interessant findet. Wichtig: Das echte Profil eines Stars wie Ronaldo oder Taylor Swift hat ein kleines blaues Häkchen neben dem Namen. Das heißt, dieses Profil wurde verifiziert. Bei sogenannten Fake-Profilen fehlt dieser Haken. Suchen lässt sich in der App aber auch nach Themen (sind mit einem „#“ – dem sogenannten Hashtag – markiert) und Orten oder ganz allgemein. Was Personen, denen man folgt, an Fotos und Videos veröffentlicht, wird schließlich in einer nicht chronologischen Liste – dem sogenannten Feed – angezeigt.

3. Erst mal drauflos fotografieren

Goldener Schnitt, Linienführung im Bild, ergänzende Details im Vordergrund: Viele altbekannte Regeln für Hobbyfotografen sollten auch beim Schnappschuss für Instagram beherzigt werden. Zu sehr müssen sich Anfänger aber erst einmal nicht einengen lassen. Helligkeit, Schärfe und Farbsättigung lassen sich nachträglich bequem ändern (siehe Tipp 5). Dazu kommt die Option, Bilder mit Filtern aufzupeppen – für die dadurch entstehende Ästhetik ist Instagram ja berühmt.

4. Nicht wahllos filtern

Rund zwei Dutzend Standardfilter enthält die App, wenn man sie frisch installiert, viele weitere können freigeschaltet werden. Laut einer 2017 veröffentlichten Analyse zählen Clarendon, Gingham, Juno, Lark und Moon zu den populärsten Filtern. Manche Experten raten dazu, die Finger von den Standardfiltern zu lassen und nach individuellen Lösungen zu suchen. Andere behaupten, es sei sinnvoll, maximal zwei verschiedene Filter zu nutzen, um immer wieder ähnliche Farben zu erzeugen. Das ergebe einen in sich stimmigen Feed. 

Am Ende gilt wohl der Grundsatz, dass erlaubt ist, was gefällt. Komplett unbearbeitete Bilder sind übrigens eher die Ausnahme geworden. Manche Nutzer veröffentlichen naturbelassene Aufnahmen – zum Beispiel von einem Sonnenuntergang am Meer – mit dem Schlagwort („Hashtag“) #nofilter, um darauf hinzuweisen, dass die Szenerie auch in der Realität so spektakulär war.

5. Mit Effekten experimentieren

Wer in der App auf „Bearbeiten“ tippt, findet eine Palette virtueller Werkzeugen für die Perfektionierung von Fotos. So lässt sich beispielsweise die Vignettierung – eine durch das Objektiv erzeugte Randabschattung – verstärken. Ein anderer netter Effekt ist Tilt Shift: Dabei erzeugt die Software eine leichte Tiefenschärfe und legt den Fokus auf ein Objekt im Hintergrund, während der Vordergrund unscharf wird – oder umgekehrt. So wirken Tilt-Shift-Stadtfotos wie Aufnahmen einer Modellbahnlandschaft.

6. Intelligent verschlagworten

Das beste Foto bekommt kein „Gefällt mir“ und keinen Kommentar, wenn es unter Milliarden anderer Fotos nicht zu finden ist. Eine Lösung: Schlagworte mit Begriffen, nach denen Nutzer oft suchen. Beliebte Hashtags sind etwa #photooftheday (Foto des Tages), #cute (niedlich) oder #motivation. Auch regional verortbare Hashtags wie #welovedresden funktionieren. Wie viele Hashtags unter einer Aufnahme ideal sind, darüber kursieren verschiedene Angaben – im Buch ist die Rede von elf.

7. Erwähnen und Fragen stellen

Was für Facebook, Twitter und Co. gilt, hat auch bei Instagram seiner Berechtigung. Zum Beispiel der Hinweis, dass man unter seiner Veröffentlichung eine Frage an seine Follower stellen sollte, wenn man möglichst viele Kommentare zu einem Bild provozieren will. Eine andere Methode sind Erwähnungen. Schreibt ein Instagrammer zum Beispiel „mit @person_xy unterwegs“, wird der erwähnte Nutzer benachrichtigt und reagiert möglicherweise auf das gemeinsame Selfie, das er auf diese Weise zu sehen bekommt. Grundsätzlich gilt es auf Instagram als höflich, wenn man auf Kontaktaufnahmen reagiert – man wirkt nahbar und an einer Unterhaltung interessiert. Gegebenenfalls genügt schon ein passendes Emoji.

8. Geschichten erzählen

Eine beliebte Möglichkeit, die App zu nutzen, ist Stories – eine Funktion, die Instagram bei der Konkurrenzplattform Snapchat abgekupfert hat. Eine Story besteht aus mehreren Fotos, Videos und anderen Medienformaten, die jeweils nur wenige Sekunden lang angezeigt werden. Der Unterschied zu einem klassischen Post liegt außerdem darin, dass Story-Beiträge nach 24 Stunden gelöscht werden. Auffindbar sind Stories im oberen Bereich der App – symbolisiert durch Kreise. Wer will, kann seine Einstellungen so anpassen, dass die eigene Instagram-Story vor bestimmten Personen verborgen bleibt oder die Abonnenten sie nicht teilen oder kommentieren können.

In Instagram-Storys lassen sich auch Umfragen starten oder Musikclips drehen.
In Instagram-Storys lassen sich auch Umfragen starten oder Musikclips drehen. © imago/zuma press

9. Originalfotos behalten und extra speichern

Um Speicherplatz zu sparen, bietet Instagram an, alle über die App geschossenen Aufnahmen nach dem Hochladen auf dem Smartphone zu löschen. Das bedeutet aber, dass es keine Sicherheitskopie der Daten mehr gibt. Die Stiftung Warentest rät deshalb, alle Fotos und Videos auch lokal auf dem Gerät zu speichern und zusätzlich externe Backups anzufertigen.

10. Netiquette einhalten

Auf folgende Regeln bei Instagram weist der Ratgeber explizit hin:

1. Inhalte müssen vom jeweiligen Nutzer selbst angefertigt worden sein.
2. Darstellungen von Nacktheit sind (bis auf wenige Ausnahmen) grundsätzlich verboten.
3. Andere Personen dürfen weder bedroht noch diskriminiert werden, Aufrufe zur Gewalt oder Selbstverletzung sind tabu.
4. Intensive Gewalt darf nicht ohne Vorwarnung gezeigt werden.

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Wer feststellt, dass eigene Urheberrechte verletzt worden sind, soll zunächst den verdächtigen Nutzer kontaktieren und um Löschung des Beitrags bitten. Klappt das nicht, hilft Instagram. 


Mehr zum Thema in diesem Buch:
Markus Fasse: Instagram – Digitale Welt für Einsteiger. Alle Funktionen, Tipps und Tricks, 128 Seiten, 14,90 Euro

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