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Muss man da mitmachen? Statistisches Landesamt fragt Görlitzer aus

250 Haushalte in der Stadt bekommen dieses Jahr Post vom Statistischen Landesamt. Und jede Menge Fragen.

Wie es bei Bombardier und Siemens weitergeht, hat voriges Jahr viele Görlitzer beschäftigt und tut es weiterhin. Was sie bewegt, wo und wie die Görlitzer arbeiten, möchte das Statistische Landesamt wissen. Unter anderem.
Wie es bei Bombardier und Siemens weitergeht, hat voriges Jahr viele Görlitzer beschäftigt und tut es weiterhin. Was sie bewegt, wo und wie die Görlitzer arbeiten, möchte das Statistische Landesamt wissen. Unter anderem. © Nikolai Schmidt

Muss man da wirklich mitmachen? Die Frage stellte sich ein Görlitzer, nachdem er einen Brief des Statistischen Landesamtes Sachsen aus seinem Briefkasten geholt hatte. In dem Schreiben wird ihm mitgeteilt, dass sein Haushalt für den Mikrozensus ausgewählt wurde, eine sachsenweite Befragung. Ein Prozent aller Haushalte wird zu verschiedenen Themen befragt, zum Beispiel zur schulischen und beruflichen Ausbildung, zur Familienstruktur, wie und was die erwachsenen Haushaltsmitglieder arbeiten, welches Gehalt sie dafür bekommen. Kurzum: Es geht darum, wie die Sachsen leben. In Görlitz werden dafür 250 Haushalte befragt.

Der Görlitzer hat das Schreiben, das er erhielt, beim sozialen Netzwerk Facebook gepostet, zusammen mit der Frage, ob andere Erfahrungen haben mit der Befragung. Und ob man die Fragesteller denn ins Haus lassen muss. Die Antworten fielen ganz unterschiedlich aus. Manche Nutzer kennen sich mit dem Mikrozensus aus, haben selber schon mitgemacht und konnten beruhigen. Andere sind skeptisch. Da wäre sie vorsichtig, schreibt eine Nutzerin, „du bist zu gar nichts verpflichtet“.

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Solche Fragen beantwortet Ina Augustiniak vom Statistischen Landesamt öfter. „Das Telefon klingelt sehr häufig“, häufiger auch als früher, sagt sie. Tatsächlich ist es so, dass man beim Mikrozensus mitmachen muss, wenn man in die Ein-Prozent-Zufallsauswahl gerutscht ist. Es besteht Auskunftspflicht, erklärt Ina Augustiniak, das ist sogar gesetzlich festgeschrieben. Es gibt Ausnahmen bei einigen wenigen Fragen. Zum Beispiel ist die Antwort auf die Frage „Sind Sie Lebenspartner?“ freiwillig.

Die Interviewer sind meist ehrenamtlichen Erhebungsbeauftragte, teils auch Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes. Ihre Fragen muss man beantworten, aber man muss sie dafür nicht zwingend ins Haus lassen. Wer nicht daheim mit ihnen sprechen will, kann die Fragen auch schriftlich beantworten oder telefonisch.

Den Mikrozensus, also die Stichprobenbefragung, findet jedes Jahr statt. Jeder Befragte ist meistens vier Jahre hintereinander dran, um eine aussagekräftige Zeitreihe zu erhalten, erklärt Diana Roth, Sprecherin des Statistischen Landesamtes. Etwa drei Viertel der befragten Haushalte jedes Jahr sind „Bestandsbefragte“, etwa ein Viertel kommt immer neu dazu, so hat sich das Rotationssystem über die Jahre eingespielt. Die Zahlen sind aus mehreren Gründen wichtig. Zum einen haben die Statistischen Landesämter eine Bringepflicht gegenüber der EU. Durch die statistischen Daten aus dem Mikrozensus werden zum Beispiel die Arbeitsmarktindikatoren von Deutschland europaweit vergleichbar, können in einen größeren Kontext gesetzt werden. Außerdem helfen die Daten vor Ort. Über die langfristige Erhebung lassen sich regionale Entwicklungen genau feststellen und auswerten. Und: Die Zahlen haben auch Einfluss, wenn es um EU- wie auch deutschlandweite Förderprogramme für strukturschwache Regionen geht, um Programme für Infrastruktur, Verkehrsplanung bis hin zu Schulbau oder Buslinien.

Der Mikozensus ist eine Stichprobenbefragung, der größere Bruder ist der Zensus, der alle zehn Jahre stattfindet. Die Vorbereitungen für den kommenden sind schon in vollem Gange, denn der nächste Zensus findet 2021 statt. Dabei werden deutlich mehr Menschen befragt, mindestens zehn Prozent der Haushalte. Aber die Zahl der Fragen wird viel kleiner sein.

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