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Musterschüler beim Thema Einwanderung

Octavian Ursu kam 1990 aus Bukarest nach Görlitz. Jetzt wird er Migrationsexperte der CDU.

Von Frank Seibel

Unermüdlich ackerte er im Wahlkampf. Er wusste, dass er den Görlitzer Wahlkreis nicht einfach von Volker Bandmann erben würde, der viele Jahre für die CDU im Landtag saß. Er wusste, dass er es auch nach mehr als zwanzig Jahren in Deutschland nicht leicht haben würde – mit diesem Namen: Octavian Ursu. Nach dem Studium war er 1990 aus Bukarest nach Görlitz gekommen, um hier erste Erfahrungen als Berufsmusiker zu sammeln. Mittlerweile lebt er länger hier als zuvor in seiner rumänischen Heimat. Dennoch kennt der 47-Jährige die Vorbehalte und ahnt, dass er für manche trotz seines deutschen Passes immer ein „Ausländer“ bleiben wird. So freute sich Ursu aufrichtig über sein gutes Wahlergebnis bei der Landtagswahl Ende August. Jetzt wird er gleich zu einer Schlüsselfigur für die Union. Der CDU-Landesvorstand machte den Neuling zum Leiter einer Expertengruppe, die der CDU ein Grundsatzpapier zur Asyl- und Einwanderungspolitik erarbeiten soll.

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Vor fünf Jahren erst hat der frühere Solo-Trompeter der Neuen Lausitzer Philharmonie angefangen, sich politisch zu engagieren. Er trat in die CDU ein, wurde in den Görlitzer Stadtrat gewählt und übernahm schon wenig später den Vorsitz des CDU-Stadtverbandes. Hier konnte Ursu zwei wichtige Fähigkeiten ausspielen: Er kann strategisch denken und ist ein ruhiger, sachlicher Moderator zwischen unterschiedlichen Positionen. Beides hat er als Betriebsratsvorsitzender am Gerhart-Hauptmann-Theater bewiesen. Die CDU erklärt Ursu wegen seiner Biografie zu einem Experten in Sachen Einwanderung. Auf diesem Feld vertritt er klassisch konservative Positionen, die er auch durch die Erfahrungen von Verwandten bestätigt sieht, die in Kanada, den USA und in Spanien leben. „Wenn man sich entscheidet, in einem anderen Land zu arbeiten und zu leben, muss man sich integrieren, muss die Sprache erlernen und die Gesetze des Landes achten“, sagte er Anfang des Jahres. Damals ging es um Rumänen und Bulgaren, die in den Verdacht gerieten, hier lediglich das Sozialsystem ausnutzen zu wollen. Weil er Sinti und Roma als Menschen bezeichnete, die zwar einen rumänischen Pass haben, aber „eine eigene ethnische Gruppe mit eigenen Regeln und Wertvorstellungen“ seien, wurde er von Politikern der Linkspartei als „Rassist“ tituliert.