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Mutter wegen Misshandlung ihrer Tochter vor Gericht

Döbeln

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Am Amtsgericht Döbeln ist das Verfahren gegen eine 34-jährige Mutter aus Döbeln gegen Auflagen eingestellt worden. Der Vorwurf gegen Frau B. lautete: Misshandlung von Schutzbefohlenen und schwere Körperverletzung. Die Schwere der Übergriffe gegen das eigene Kind konnte allerdings nicht zweifelsfrei ermittelt werden.

Wurde die vierjährige Tochter verletzt oder nur harsche Erziehungsmethoden angewandt? Am 20. Dezember machten Andreas S. und seine Lebensgefährtin aus ihrem fahrenden Pkw eine offenbar schlimme Beobachtung. Eine Frau malträtierte einen Buggy-Kinderwagen mit heftigen Fußtritten „Ich sah zuerst einen Schlag in den Rücken, und dann in die Seite“, berichtet die Fahrerin. Im nur mit Stoff bespannten Kinderwagen saß ein kleines Mädchen – die vierjährige Tochter der Angeklagten, wie sich später herausgestellt hat. „Der Gesichtsausdruck der Frau war böse“, berichtet der Zeuge. Er und seine Lebensgefährtin entschlossen sich sofort, die Beobachtungen zur Anzeige zu bringen. In der Verhandlung am Dienstag hat Frau B. dann zugegeben, dass sie wegen einer Erkrankung manchmal mit der Erziehung überfordert ist. Ihr Kind würde sie jedoch nie schlagen. „Holen Sie sich Hilfe, bevor Schlimmeres passiert“, riet Richterin Weik. Frau B. wurde nicht belangt. Eine Verletzung der Tochter konnte nicht nachgewiesen werden. Doch die Mutter muss zur Sozialberatung der Diakonie – ein hlabes Jahr lang. „Das Amtsgericht wird diese Auflage kontrollieren“, mahnte Richterin Weik. Die Alleinerziehende solle dies als Chance und Hilfeleistung verstehen und nicht als Strafe. (ps)