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Mutters Bestes zum Vatertag

Das Blues- und Rockfestival Altzella startete gestern mit furioser Musik. Die Künstler loben die Atmosphäre.

Von Frank Klinger

Der Prolog, das Konzert von „Black Kat & Kittens“ noch vor der offiziellen Eröffnung des zwölften Blues- und Rockfestivals im Kloster Altzella, wurde kurzerhand von der Wiesenbühne in die Scheune verlegt. Danach ging es plan- und programmgemäß weiter. Trotz des eher ungemütlichen Wetters waren schon um die Mittagszeit zahlreiche Gäste gekommen. Und sie erlebten einen furiosen Auftritt der Nossener Lokalmatadoren „Mothers Best“. Die Band um die mit einer kraftvollen Stimme ausgestatteten Sängerin Kristin Kremer bot mitreißende Rockmusik. „Wir sind hier die einzige Amateurband und für den rockigen Teil zuständig“, lachte „Mutti“ Kristin Kremer, die selbst Billy Idol so rüberbrachte, dass auch Boogie-Woogie-Pianist Alexander Blume begeistert war. „Die machen das toll. Das ist eine fantastische Stimmung hier“, meinte er. Als „Mutters Bestes“ dann „Still got the Blues“ – den Klassiker von Gary Moore – beendet hatte, ernteten die fünf Musiker wahre Begeisterungsstürme.

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Im Verein geboren

„Wir sind mehr oder weniger so etwas wie die Hausband des Mittelsächsischen Jugendvereins, der das Festival schon seit zwölf Jahren organisiert. Wir sind sozusagen im Verein geboren worden“, erzählte Kristin Kremer nach dem Konzert.

Alexander Blume, zu DDR-Zeiten Pianist in der Band von Blues-Legende Stefan Diestelmann, lobte die Macher des Festivals um Jürgen Mummert, Roland Taffel, Uli Kretzschmar und Erik Weichhold, der in diesem Jahr zum ersten Mal Cheforganisator war. „Das ist ein hochprofessionell organisiertes Festival mit einer individuellen Betreuung, die man bei großen Events zwar auch hat, aber hier ist es ganz einfach herzlich“, erklärte Alexander Blume. „Denn hier in Altzella geht das Verhältnis der Veranstalter zu den Bands und dem Publikum weit über das Geschäftliche hinaus.“

Und schon stand Alexander Blume mit seiner Band, zu der auch sein Sohn Maximilian gehört, auf der Wiesenbühne, um die aus der Scheune strömenden Gäste unter dem heller werdenden Himmel mit Jazz, Blues und Boogie-Woogie zu begeistern.

Für die Internationalität des Festivals sorgte dann auch der niederländische Gitarrist Kees Schipper, der schon fast zum Inventar des Festivals gehört. Eine Premiere im zwölften Jahr schloss sich an. Weil der 2007 verstorbene Stefan Diestelmann – der Blueskönig des Ostens – in diesem Jahr 65 Jahre alt geworden wäre, erinnerte Alexander Blume mit einer extra dafür zusammengestellten Band, in der auch Bernd Kleinow mit seiner Mundharmonika vertreten war, an den legendären, aber auch streitbaren Diestelmann. Dabei durfte natürlich auch „Der Alte und die Kneipe“, der laut Alexander Blume schönste Diestelmann-Song, nicht fehlen.

Am Abend traten die Gewinner der German Blues Challenge 2013 die Scheunenbühne. Das „Mike Seeber Trio“ ist eine der bekanntesten Bands des Genres. Zum Schluss übernahmen „Errorhead“ mit Marcus Deml, der als einer der weltbesten Rockgitarristen bezeichnet wird.

Heute geht das Festival ab 17 Uhr weiter. Der Freitag gehört schon immer dem Bandnachwuchs. Profis und junge Talente stehen gleichermaßen auf der Bühne. Es spielen unter anderem noch einmal Kees Schipper und Fixior Elixior aus den Niederlanden, aber auch die Nossener Newcomer-Band Mammut sowie Shagadelic. Der Eintritt ist frei.