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Sachsen

Mysteriöse Post für die Duligs

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und seine Familie bekamen ein Sturmgewehr-Imitat zugeschickt. Die Hintergründe sind unklar.

Ein Soldat der Bundeswehr hält ein Gewehr G36 der Firma Heckler & Koch in seinen Händen (hier abgebildet in der verbreiteteren Version mit langem Lauf).
Ein Soldat der Bundeswehr hält ein Gewehr G36 der Firma Heckler & Koch in seinen Händen (hier abgebildet in der verbreiteteren Version mit langem Lauf). © dpa/Sebastian Gollnow

Dresden. Der Familie des sächsischen SPD-Landesvorsitzenden und Wirtschaftsministers Martin Dulig ist eine Soft-Air-Nachahmung eines Sturmgewehrs G36 C zugeschickt worden. Das meldete die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf sächsische Sicherheitskreise am Sonnabend. 

Dulig hat den Vorfall, der sich bereits Mitte Mai ereignet hatte, bestätigt. "Bedrohungen - auch Morddrohungen -, Beleidigungen und Beschimpfungen gegen mich nehmen seit 2015 spürbar zu", kommentierte der Minister. "Der jetzige Fall ist ein neuer, inakzeptabler Höhepunkt." Die Ermittlungen der Polizei zu dem anonym versendeten Paket dauerten an. 

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Ob der Inhalt der Postsendung eine Drohung gegen den Politiker und seine Familie sein soll, ist derzeit noch unklar. Duligs Frau hatte das Paket geöffnet. Für sie sei auf den ersten Blick nicht erkennbar gewesen, dass es sich nicht um eine echte Waffe gehandelt habe, sagte der Politiker.

Dulig betonte, er werde sich nicht entmutigen lassen. Seine Familie stehe hinter ihm. Er betonte: "Lasst uns weiter für ein besseres Land arbeiten. Wir bleiben aufrecht!" 

Martin Dulig (SPD), Landesvorsitzender der SPD Sachsen und sächsischer Wirtschaftsminister 
Martin Dulig (SPD), Landesvorsitzender der SPD Sachsen und sächsischer Wirtschaftsminister  © dpa

Bei dem Paketinhalt - einer täuschend echten Nachbildung einer Kompaktversion der Ordonanzwaffe der Bundeswehr - handelt es sich um eine sogenannte „Anscheinswaffe“, die in Deutschland legal erworben und besessen werden darf. In der Öffentlichkeit geführt dürfen diese Schusswaffen-Imitationen nicht. Ausnahmen sind „Brauchtumsveranstaltungen“ wie beispielsweise Festumzüge sowie Theateraufführungen und Foto- beziehungsweise Filmaufnahmen. 

Die Waffe wurde laut Angaben der "LVZ" bei einem bayerischen Online-Händler bestellt. In dem Webshop ist es möglich, eine Sendung gegen Rechnung an jede beliebige Adresse versenden zu lassen.

Wer den Versand in Auftrag gab, ist im Moment noch unklar - der Internet-Provider weigere sich dem Zeitungsbericht zufolge, die entsprechende IP-Adresse an die Behörden herauszugeben.

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Bedrohung von SPD-Chef Martin Dulig unterdessen scharf kritisiert. Es sei eine "Riesensauerei", dass diesem ein Sturmgewehr-Nachbau nach Hause geschickt worden sei, sagte er auf dem CDU-Landesparteitag am Samstag in Chemnitz. "Dem treten wir entgegen, das darf es nicht geben", sagte Kretschmer und erinnerte an den Fall des Anfang Juni mutmaßlich von einem Rechtsextremen getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. (SZ/dpa)

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