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Nach 20 Jahren zurück in der Heimat

Aus der Nähe von Stuttgart ist Steffi Siegele in ihrem Heimatort Taubenheim zurück. Darüber ist sie froh, doch manches fehlt ihr.

Von Katja Schäfer

Steffi Siegele gibt es unumwunden zu: „Ich habe immer Heimweh gehabt“, sagt die zierliche Frau mit dem jugendlichen Kurzhaarschnitt, die weitaus jünger wirkt als 44. Die erste Hälfte ihres bisherigen Lebens hat sie in Taubenheim verbracht, die zweite in verschiedenen Orten in der Nähe von Stuttgart. 1991 ging die gelernte Verkäuferin in den Westen. In der Kaufhalle in ihrem Heimatort gab es für sie nichts mehr zu tun. Ihr Freund war schon drüben. Sie folgte ihm, lebte sich schnell ein, arbeitete in der Buchhaltung und im Rechnungswesen, jobbte im Handel. „Aber mit einem weinenden Auge habe ich immer in den Osten geguckt“, sagt Steffi Siegele, um anzufügen: „Jetzt gucke ich mit einem weinenden Auge in den Westen.“

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Ein Haus einzurichten oder den Umzug in eine neue Wohnung zu organisieren, treibt so manchem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn.

Die aufgeschlossene Frau ist nach Taubenheim zurück gekehrt, lebt nun mit ihrem Sohn sowie Hund, Katze, Fischen und Streifenhörnchen im Elternhaus, das jetzt ihr gehört. Die Trennung von ihrem Partner, der Auszug aus dem gemeinsam bewohnten Haus gab den Anstoß dazu. Die Familie war das, was ihr im Westen am meisten gefehlt hat. Dennoch brauchte die Mittvierzigerin eine Weile, um den Mut zu finden, ihren Lebensmittelpunkt wieder in den Osten Deutschlands zu verlegen. „Stuttgart ist ein Ballungsraum. Da ist Geld unter den Leuten.“, begründet Steffi Siegele. Für sie hat dieser Fakt eine große Bedeutung, denn sie will als Selbstständige ihren Lebensunterhalt verdienen, und zwar mit dem, was sie im Westen nebenberuflich gemacht hat: mit Nagelmodellage und dazu passenden Angeboten. An der Cunewalder Hauptstraße hat sie Räume gemietet. Nailture nennt sich ihr Studio, das sie heute eröffnet. Wie sie zu dieser Branche kam, erzählt Steffi Siegele so: „Bei meiner Hochzeit wollte ich gern schöne Fingernägel haben.“ Sie ließ sich künstliche machen, war aber nicht zufrieden.