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Nach Böllerunfall nur kleiner Teil der Hand zu retten

Ein junger Mann hatte sich in der Neujahrsnacht beim Knallern schwer verletzt. Die Polizei rätselt noch, wie es zu dem Unfall kam.

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Es war die schwerste Verletzung in der Dresdner Silvesternacht: Nun steht fest, dass die Hand des 22-jährigen Mannes aus Klotzsche, der sich beim Begrüßen des neuen Jahres mit einem Böller verletzt hatte, nur zu einem kleinen Teil gerettet werden konnte. Das teilte Michael Steen vom Hallenser Klinikum Bergmannstrost mit, wo der junge Dresdner derzeit behandelt wird.

„Wir konnten nur einen kleinen Teil des Daumens und den kleinen Finger erhalten. Der junge Mann wird die Hand in Zukunft nur noch wie eine Zange benutzen können“, sagte Steen. Der 22-Jährige sei ansprechbar und psychisch stabil.

In den kommenden zwei Wochen folgen noch Hauttransplantationen und der Daumenaufbau. Danach wird der junge Mann wieder ambulant in Dresden behandelt. Steen geht wegen der Schwere der Verletzungen nicht von einem handelsüblichen Böller aus, sondern von einem Sprengkörper. „Darauf lassen die Verbrennungen und das geplatzte Trommelfell schließen“, sagte der Handspezialist.

Die Dresdner Polizei sucht derweil weiter nach dem Sprengkörper. „Wir haben am Tatort keine Spuren eines unzulässigen Böllers gefunden“, sagte ein Sprecher. Deshalb ermittelt die Polizei auch nicht wegen einer Straftat. Um weitere Hinweise zum Unfall zu bekommen, haben die Polizisten Amtshilfe von ihren Hallenser Kollegen erbeten. Auch Zeugen des Vorfalls würden weiterhin gesucht.