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Nach Brand auf Pferdehof: So helfen die Kamenzer

In nur zehn Tagen wurden mehr als 11.000 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt. Jetzt kam der erste Scheck bei den Brandopfern an.

OB Roland Dantz (l.) und sein Stellvertreter Rolf Bäuerle (r.) übergaben einen Scheck von 11 183,33 Euro an Pferdehofbetreiber Markus Wendt und seine Oma Brunhilde Rößler. „Das Geld brauchen wir zum Beispiel für den Ersatz des verbrannten Futters.“
OB Roland Dantz (l.) und sein Stellvertreter Rolf Bäuerle (r.) übergaben einen Scheck von 11 183,33 Euro an Pferdehofbetreiber Markus Wendt und seine Oma Brunhilde Rößler. „Das Geld brauchen wir zum Beispiel für den Ersatz des verbrannten Futters.“ © René Plaul

Kamenz. Am späten Abend des 22. Juli brannte ein kompletter Stall des Pferdehofes Wendt in Brauna ab. Die Nachricht war ein Schock für viele Menschen in der Region – vor allem, aber nicht nur für Pferdefreunde. 

Drei Tiere starben sofort oder kurz danach. Das zehnjährige Deutsche Reitpferd Felix und die beiden Scheckponys Sancho und Pancho (6 bzw. 7 Jahre alt). Am Gebäude, an den verbrannten Kutschen und sonstigen Gegenständen sowie vor allem auch am teuren Tierfutter war ein Schaden von mindestens 200.000 Euro entstanden. Pferdehofbetreiber Markus Wendt und seine Familie standen vor einer ungewissen Zukunft (die SZ berichtete). Nur zehn Tage später huscht wieder ein Lächeln über das Gesicht des 40-jährigen Pferdewirts, der für secheinhalb Stunden täglich beim Landesgestüt in Moritzburg angestellt ist.

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Eigentlich wäre er dieser Tage mit Frau Sandra und den beiden Kindern Erik (11) und Lavenia (4) im Urlaub verreist gewesen, aber daraus ist nichts geworden. „Wir wollten eigentlich schon am Abend des 22. Juli starten, hatten uns dann aber entschieden, die Kinder noch mal ins Bett zu bringen und erst Freitagfrüh loszufahren. Diese Entscheidung hat uns wahrscheinlich den Hof gerettet.“ Wendts waren bei den letzten Reisevorbereitungen, als das Feuer ausbrach, und konnten so schnell alles Nötige veranlassen. 71 Feuerwehrleute mit 17 Fahrzeugen aus sieben Wehren waren zügig vor Ort und verhinderten das Ausbreiten des lodernden Stallfeuers auf weitere Immobilien. Dieses schnelle Handeln hat den immer noch erheblichen Schaden wesentlich begrenzt. Weiterhin unklar ist die Ursache des Feuers, eine Brandstiftung ist nicht auszuschließen. Kurz vor dem Brandausbruch habe es ungewöhnliche Fahrzeugbewegung am Pferdehof gegeben. Möglicherweise wurde ein hinteres Stallfenster mutwillig eingeschlagen, heißt es.

Lob für die Retter

Wie auch immer. Der schreckliche Brand hat die Menschen nicht nur im neuen Kamenzer Ortsteil Brauna bewegt. Viele waren bestürzt und zeigten ihr Mitgefühl für Familie Wendt, deren berufliche Existenz bedroht ist. OB Roland Dantz, selbst ein bekennender Pferdefreund, ließ ein Spendenkonto bei der Stadt einrichten. Mit überragendem Erfolg: Nur acht Tage später waren bereits 11 183,33 Euro eingegangen, die sich auf 125 (!) Spender verteilen. Jetzt wurde vor Ort ein erster Scheck an die Familie Wendt übergeben. Roland Dantz: „Die enorme Spendenbereitschaft ist ein gutes Zeichen in Zeiten, denen oft nachgesagt wird, dass soziale Kälte und Egoismus dominieren würden.“ Die Hilfe sei vor allem Ausdruck dafür, dass Menschen für einander einstehen. Es gebe viele, denen das Schicksal anderer nicht egal ist und die nicht nur mit guten Worten, sondern mit guten und praktischen Taten helfen wollten, die Folgen dieses Schicksalsschlages zu lindern. „Diesen Menschen, ob aus Kamenz direkt oder aus anderen Orten, ob mit großen oder kleineren Beträgen, gilt der Dank der Stadt für ihre gute Tat.“

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Vor allem aber kommt das große Dankeschön von Familie Wendt selbst zurück. Oma Brunhilde Rößler (87) hatte eine belegte Stimme, als sie sagte, dass sie ganz gerührt sei über die Hilfe von Menschen, die sie gar nicht kenne. „Ich glaube, dass ist auch ein Zeichen für den neuen Zusammenhalt, den wir als ehemalige Schönteichener jetzt als Kamenzer erfahren.“ Diese Meinung nahm OB Dantz gern mit, aber er fand vor allem auch lobende Worte für die Braunaer selbst. „Was die Freiwilligen auch der Ortsfeuerwehr in der Brandnacht geleistet haben, kann man gar nicht genug würdigen.“ Markus Wendt lobte jetzt ausdrücklich auch die Agrargenossenschaft Liebenau. „In den vergangenen Tagen haben wir Unmengen verbranntes Gut abgefahren, immer waren Helfer von dort mit dabei.“ Auch viele Osterreiter, die sich in Brauna ihre Pferde ausleihen, waren übrigens tatkräftig zur Stelle. Auf diese und ähnliche Hilfe wird es sicher auch ankommen, wenn demnächst der Wiederaufbau des erst 2007/2008 errichteten Stalles startet. „Bis Februar müssen wir fertig sein“, sagt Markus Wendt. Dann beginnt in Moritzburg die Decksaison, und der Pferdehof in Brauna ist schließlich auf den „Natursprung“ spezialisiert. Die hier betreuten Hengste decken im Jahr etwa 80 bis 100 Stuten. „Und das muss weitergehen.“

Spenden gehen weiter auf das Konto der Großen Kreisstadt Kamenz, IBAN: DE 24 8505 0300 30000306 10;

BIC OSDDDE81XXX; Verwendungszweckangabe: „Spende Reiterhof Wendt“

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