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Nach Brand: Neue Startrampe für Görlitzer BMX-Fahrer

2017 zerstörte ein Brand die Anlage im Stadtteil Weinhübel. Jetzt entsteht Ersatz. Für die benachbarte Skateranlage zeichnet sich eine andere Lösung ab.

Die Firma "holzgestalten" von David Weise aus Ostritz baut auf der Dirtstrecke in Weinhübel eine Rampe für BMX-Fahrer. Die alte Rampe war abgebrannt.
Die Firma "holzgestalten" von David Weise aus Ostritz baut auf der Dirtstrecke in Weinhübel eine Rampe für BMX-Fahrer. Die alte Rampe war abgebrannt. © Nikolai Schmidt

Ohne Startrampe kein Schwung. So einfach ist das. Und das ist auch der Grund dafür, dass die Geländestrecke hinter dem Kaufland in Görlitz-Weinhübel seit Juli 2017 mehr oder minder verwaist ist. Damals war die Startrampe Opfer einer Brandstiftung geworden. Eine Reparatur war nicht mehr möglich, ein schneller Ersatz aber auch nicht, denn für den Schaden kam keine Versicherung auf.

Ostritzer Firma baut die Rampe

Jetzt ist frisches Geld da und auch ein Auftragnehmer gefunden. Die Firma „holzgestalten“ von David Weise aus Ostritz baut in diesen Tagen auf der Dirtstrecke eine neue Startrampe für BMX-Fahrer. Der Name Dirt bedeutet Schmutz – gemeint ist also die Bahn, die aus Erdhügeln besteht und deshalb auch mal pampig werden kann. Die Unterkonstruktion der Rampe ist vorige Woche fertig geworden, jetzt läuft die Belattung. „Es sieht ganz gut aus, dass die fertige Rampe zum geplanten Saisonstart Ende April oder Anfang Mai nutzbar ist“, sagt Christian Freudrich vom Sachgebiet Stadtgrün im Rathaus. Allerdings hängt es letztlich an der Corona-Situation, wann der Saisonstart tatsächlich möglich ist.

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Der Adrenalin-Verein, in dem die Görlitzer BMXer und Skater organisiert sind, will die Dirtstrecke mit einem großen Radlader neu modellieren, sobald die Rampe fertig und das Gelände nicht mehr abgesperrt ist. „Wir wollen eine anfängerfreundliche Strecke für BMXer und Mountainbiker bauen“, sagt Tobias Gorlt vom Verein. Die bisherige Dirtstrecke sei sehr anspruchsvoll.

Halle sorgt für Nachwuchs beim Verein

Der Verein betreibt am Kühlhaus Weinhübel eine BMX- und Skatehalle. „Durch die Halle haben wir Nachwuchs bekommen, den wir jetzt an den Bereich Dirt heranführen wollen“, sagt Tobias Gorlt. Das seien Fahrer ab 13 Jahre aufwärts. Coronabedingt sei die Halle zwar aktuell geschlossen, aber sobald es weitergeht, sind weitere Nachwuchsfahrer sowohl dort als auch auf der Dirtstrecke jederzeit willkommen.

Direkt neben Letzterer befindet sich die Skateanlage. Die ist seit Langem ein Sorgenkind der Stadtverwaltung. „Der ständige Verschleiß macht uns zu schaffen“, sagt Freudrich. Mit Vandalismus habe das nichts zu tun. Die Strecke sei schlichtweg alt und auf dem Stand von vor 15 bis 20 Jahren errichtet worden.

Neubau aus Beton wäre sinnvoll

Dennoch plant die Stadt nicht, noch einmal viel Geld in die Anlage zu stecken: Sie ist zu kaputt. Sinnvoller wäre ein Neubau – und diesmal aus Beton. „Das ist dauerhaft, vandalismussicher, es können keine Schrauben herausstehen und für den Lärmschutz ist das auch das Beste“, sagt Freudrichs Kollege Friedemann Dreßler. Allerdings ist ein neuer Platz teuer.

Die Stadt rechnet mit mindestens 150.000 Euro, je nach Größe und Ausstattung können es auch schnell 200.000 oder 250.000 Euro sein. Die Stadt aber hat nicht genug Geld. „Dafür brauchen wir ein Förderprogramm“, sagt Dreßler. Allerdings gibt es derzeit keins für Weinhübel. Auch nicht für Königshufen, wo die Stadt 2011 schon einmal über einen Bau nachgedacht hatte. Das damalige Konzept für eine Skate-Plaza aus Beton liegt seither fertig in der Schublade – und könnte auch in einem anderen Stadtteil umgesetzt werden.

Brautwiesenbogen kommt infrage

Die einzige Möglichkeit, die die Stadt sieht, ist der Brautwiesenbogen in der Innenstadt West, wo mit dem europäischen Efre-Programm gebaut werden könnte. Das wäre auch für auswärtige Fahrer gut, weil es nah am Bahnhof ist. Allerdings gibt es noch etliche Unsicherheiten. Zunächst müsste ein Standort gefunden werden.

„Vielleicht wäre es hinter der neuen Feuerwehr oder im Schlachthofgelände möglich“, überlegt Freudrich. Und nicht zuletzt braucht es Fördermittel. Ob und wenn ja, wann diese kommen, ist noch unklar. „Deshalb versuchen wir, die Anlagen in Weinhübel, im Kidrontal und am Hirschwinkel bis dahin mit Reparaturen noch irgendwie am Leben zu halten“, sagt Freudrich.

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