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Hoyerswerda

Nach der Arbeit in die KulturFabrik

In der after work lounge wird locker aufgelegt – auch wenn nicht mehr aufgelegt wird.

Die Musik ist das eine – aber nicht minder wichtig für einen entspannten Abend ist das gepflegte Getränk. Das kann, muss aber nicht immer Bier sein.
Die Musik ist das eine – aber nicht minder wichtig für einen entspannten Abend ist das gepflegte Getränk. Das kann, muss aber nicht immer Bier sein. © Foto: Angela Donath

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Zwischen September und April lädt DJ Heartbeatz an jeweils einem Donnerstag im Monat zur after work lounge ins Café Auszeit in der KulturFabrik ein: in den Nach-der-Arbeit-Gesellschaftsraum (oder, bitte: „Wohnzimmer“). Ab 19 Uhr, also eben nach der Arbeit, kann man dort Leute treffen, Musik hören, was Nettes essen oder trinken und auch tanzen.

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Seit März 2016 ist das so – dafür sorgt Uwe Raschinski. Er tut das nach seiner „richtigen“ Arbeit; die hat er auch, aber DJ zu sein, schafft ein bisschen Ausgleich.

Das hat er schon vor längerer Zeit entdeckt. Damals im HBE-Club, „da hatte einer aufgelegt, der war schlimm.“ Immer wenn wir uns was wünschten, hatte der das nicht. Wir haben gemault, bis der schlimme DJ sagte: «Dann mach doch selber!»“ Uwe machte, holte von zu Hause vier Kassetten (wir erinnern uns: die hatten Musik drin) und gab den DJ. Das konnte er offensichtlich gut, denn wenig später fand sich Uwe Raschinski beim Kreiskabinett für Kulturarbeit wieder. Bei Harri Heidelberger erwarb er die Lizenz zum Auflegen. Das war so eine Art Führerschein für Schallplattenunterhalter, ohne Lizenz ging nichts. Aber „meine Ausbildung ging schnell, es war 1989“, erinnert er sich und lacht.

2015 wurde das Bürgerzentrum „Braugasse 1“ eröffnet und die KuFa suchte einen Schallplattenunterhalter. Die heißen jetzt DJ, sie legen eigentlich auch nicht mehr auf, man darf das aber noch sagen. Die Musik kommt aus dem Computer. Den Namen „after work lounge“ erfand Uwe Proksch, das Layout für die Plakate und Werbemittel Daniel Reiche – und dann konnte es losgehen. Der Anfang war noch bissel schwierig. Das Angebot war noch unbekannt, Bruder Heiner und Freund Sebastian unterstützten nach Kräften. „Sie sind mit mir rumgerannt und haben Flyer verteilt.“

Das ist heute so nicht mehr unbedingt notwendig. Die after work lounge ist beliebt, die Termine stehen bei vielen schon lange im Kalender. Die Musik macht DJ Heartbeatz nicht ausschließlich selber, er lädt DJ-Kollegen aus der Region ein und die kommen gern. Zu hören ist alles zwischen House, Rock und Pop. „Es macht Spaß, hier zu sein“, sagt Uwe Raschinski. „Anfangs hatte ich noch einen Berg Equipment zu schleppen, heute hat die KuFa alles selbst. Der Aufbau ist fertig, wenn ich komme, hier ist alles bestens vorbereitet.“

Vorbereitet sind auch die Mädels und Männer an der Bar. Es ist 19 Uhr, die Gäste trudeln langsam ein, 23 Uhr, zum Schluss, werden es mehr sein. Und Ostern erst – am Gründonnerstag – ist die letzte after work lounge vor der Sommerpause und es sind schon viele Ehemalige in der Stadt. Da fängt der Abend nicht so ruhig an und die Treppe wird sicher wieder zum begehrten Ausweichsitzplatz.

Nächste after work lounge: 12. März. Gast von DJ Heartbeatz ist DJ Hokai (Club-House).