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Nach der Flut ist vor der Flut

Hirschstein ist mit der Behebung der Hochwasserschäden weit gekommen. Was jetzt noch getan werden muss.

Von Nicole Czerwinka

Das Foto von der Boritzer Kirche im Elbewasser hat sich eingeprägt. Der Ortsteil von Hirschstein war ganz besonders vom großen Junihochwasser in diesem Sommer betroffen. Das untere Dorf stand hier erneut komplett unter Wasser, zum dritten Mal seit 2002. Noch ist die Ordnung nicht überall wieder hergestellt, aber die Gemeinde ist auf einem guten Weg.

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Wie weit ist die Beseitigung der Hochwasserschäden gediehen?

Die nötigen Fördermittelanträge sind bereits gestellt, nun wartet die Gemeinde auf deren Bewilligung. Nach dem Hochwasser müssen Schäden am Boritzer Spielplatz, am Elberadweg, der Hirschsteiner Schlossmauer und an der Brücke über die Keppritz behoben werden. Auch an den Abwasseranlagen muss noch etwas repariert werden. Einige dieser Maßnahmen laufen bereits. So wurden auf dem Spielplatz in Boritz schon neue Geräte aufgestellt. Noch sind die diese aber nicht betriebsbereit.

Gibt es auch Maßnahmen, die nicht gefördert werden?

Ja. Bislang ist zum Beispiel der durch die Flut entstandene Wasserschaden am Sportlerheim nicht gefördert worden. Die Gemeinde kann dafür aber noch eine 80-prozentige Förderung beantragen. Voraussichtlich wird in der kommenden Gemeinderatssitzung darüber abgestimmt. Zudem soll durch das Hochwasser auch Nässe in einige Wände des Schlosses gezogen sein. Schimmelbildung war dabei die Folge. An dieser Stelle wurde eine Förderung vom Gutachter jedoch versagt.

Werden jetzt noch neue Hochwasser- schutzmaßnahmen ergriffen?

Ein umfassender Hochwasserschutz sei in den betroffenen Ortsteilen schwer machbar, sagt Bürgermeisterin Christine Gallschütz (CDU). Orte wie beispielsweise Boritz leben seit Jahrhunderten mit der Elbe und deren Hochwasser. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dort auch einige Dämme ertüchtigt. Doch auch diese helfen nur bedingt. Schon bei Alarmstufe 3 hat die Elbe beispielsweise den Radweg in Neuhirschstein wieder überspült.

Was wird aus dem entfallenen Ortsjubiläum von Boritz?

Die Boritzer wollten Ende Juni eigentlich den 1 030. Ortsgeburtstag feiern. Doch als die Elbe das Unterdorf drei Wochen vor dem Fest komplett überflutete, war daran nicht mehr zu denken. Optimistisch sagten einige Mitglieder des Festkomitees damals, dass die Feier dennoch in diesem Jahr stattfinden solle. Doch das ist bislang nicht passiert. Wann das Fest nachgeholt wird, ist noch unklar. Zunächst müssen die Menschen mit der Beseitigung der Schäden an ihren Häusern fertig sein.

Gibt es in Hirschstein Siedlungen, die aus dem Flutgebiet wegziehen wollen?

Keine ganzen Siedlungen, aber Einzelfälle. Eine Familie wird sich in Boritz in dem oberen Teil des Ortes ein neues Haus errichten. In Hirschstein ist die Lage schließlich etwas anders als beispielsweise im Wohngebiet in Nünchritz-West. Die vom Hochwasser betroffenen Ortsteile Boritz, Schänitz, Alt- und Neuhirschstein leben seit Jahrhunderten mit den Elbe-Fluten.