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Nach Robbens Verletzung platzt Sammer der Kragen

Der Niederländer fällt mit einer Risswunde am Knie aus. Doch den Sportvorstand stört, dass Bayerns Pech keiner registriert.

© dpa

Von Klaus Bergmann

Arjen Robben war „bitter enttäuscht“, als ihm die Ärzte noch in der Nacht sein bitteres Fußball-Aus für 2013 mitteilen mussten. Die Nachricht von rund sechs Wochen Pause schmerzte Bayern Münchens Torschützen vom Dienst mental mindestens so arg, wie das zuvor beim 2:0-Pokalerfolg beim FC Augsburg lädierte rechte Knie. Der niederländische Fußball-Nationalspieler wird auch die Klub-Weltmeisterschaft in Marokko verpassen.

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Der Eishockey-Torhüter hängt die Schlittschuhe an den Nagel.

„Ich war derzeit so gut drauf, ich habe mich auf jedes Spiel mit unserer Mannschaft gefreut. Nun das!“, kommentierte Robben das Pech zum Ende seines besten Jahres. Beim heftigen Zusammenprall mit FCA-Torwart Marwin Hitz, der ihn in der 14. Minute mit den Füßen voraus im Strafraum umgemäht hatte, erlitt Robben eine tiefe Risswunde bis ins Kniegelenk des rechten Beins. Der Oberschenkelknochen wurde von einem Schuhstollen eingedrückt, es kam zu einer massiven Einblutung. Die folgenschwere Aktion hätte nach einem Abseitspfiff des Schiedsrichters eigentlich gar nicht passieren müssen. Hitz kam mit einer Gelben Karte statt Elfmeter und Platzverweis davon. „Das tut mir leid“, sagte Übeltäter Hitz, der aber jede Form von Absicht weit von sich wies: „Ich komme viel zu spät und treffe ihn voll.“

Robben hatte in der insgesamt hart und hitzig geführten Achtelfinalpartie das frühe 1:0 für den Titelverteidiger erzielt. Es war sein fünftes Tor in den letzten vier Spielen gewesen. Der für ihn eingewechselte Thomas Müller machte mit seinem schon sechsten Treffer im laufenden Wettbewerb alles klar.

„Arjen hat zuletzt so viele Spiele für uns mitentschieden. Sein Ausfall nun ist bitter“, beklagte Sportvorstand Matthias Sammer. Vom Krankenbett übermittelte Robben ein Versprechen für das kommende WM-Jahr: „Ich komme fit zurück und werde dann mit der Mannschaft die Ziele anpacken, die wir uns für diese Saison vorgenommen haben.“

Als der Niederländer mit seinem lädierten Knie längst in der Klinik war, ging Sammer nach dem Pokalsieg in die Verlängerung. Der Dresdner ereiferte sich über „lächerliche Schein-Diskussionen“ um die vermeintlich erdrückende Übermacht des FC Bayern. Fakten wie das Verletzungspech würden beim Bundesliga-Primus im Gegensatz zu anderen Vereinen – er nannte Borussia Dortmund nicht – in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend ausgeblendet. „Mir kommt viel zu kurz in letzter Zeit, auch anzuerkennen, dass wir ein großes Ausmaß an Spielern ersetzen mussten und täglich sehr hart arbeiten“, mäkelte Sammer. Er wünsche, „dass man das einfach auch mal anerkennt, wenn wir so gut spielen und gute Ergebnisse erzielen und nicht irgendein dummes Zeug geredet wird rund herum.“ Von allein gewinne auch der FC Bayern nicht. (dpa)