merken
PLUS Döbeln

Nach Schlammlawine wieder Mut gefasst

Brunhilde Pappai lebt nach den Unwetterschäden vom 11. Juni noch immer auf einer Baustelle. Aber sie hat viel Hilfe erfahren.

Brunhilde Pappai aus Minkwitz zeigt, wie hoch der Schlamm in ihrer Stube gestanden hat.
Brunhilde Pappai aus Minkwitz zeigt, wie hoch der Schlamm in ihrer Stube gestanden hat. © Sebastian Essler

Minkwitz. Entmutigt war Brunhilde Pappai unmittelbar nach dem Unwetter vielleicht kurzzeitig einmal. In der Nacht zum 12. Juni prasselten binnen einer halben Stunde mehr als 60 Liter Regenwasser pro Quadratmeter auf die trockene Erde. Über die Staatsstraße in Minkwitz ergoss sich eine Schlammlawine, die auch Grundstück und Keller von Brunhilde Pappai und Familie Hänsel nebenan fluteten.

Inzwischen ist mehr als ein Monat vergangen. Die Rentnerin blickt wieder zuversichtlich nach vorn. Ein Teil der Schäden ist schon repariert, wie sie erzählt. Das betrifft zum Beispiel den 250 Jahre alten, ehemaligen Hausbrunnen unmittelbar am Gebäude. Nach der Kellerflutung war das Mauerwerk um den 18 Meter tiefen Brunnen ziemlich eingesackt. „Die Hausecke war unterspült“, erzählt die Minkwitzerin. Indes wurde Flüssigbeton eingebracht. Damit sei die Stabilität wieder hergestellt.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Der Keller ist inzwischen auch weitgehend trocken. „Die Kanalreinigungsfirma Bergzog hat ihn ausgesaugt“, so die Minkwitzerin. Nun müssten noch fehlende Steine in dem Gewölbekeller eingesetzt werden. „Das hat sich die Baufirma meines Vertrauens als Winterbaustelle vorgemerkt“, sagt Brunhilde Pappai.

Im Erdgeschoss ihres Hauses ist weiter der untere Teil der Trockenbauwände herausgenommen. Das Leben der Rentnerin ist nach wie vor provisorisch. Seit dem Unwetter hat sie an drei verschiedenen Orten geschlafen, die ersten Tage auch bei einer Nachbarin. Jetzt zieht ihre Enkeltochter mit ein. „Es wird alles irgendwie“, sagt sie.

Ohne Hilfe hätte Brunhilde Pappai das Unwetter und die Folgen weniger gut weggesteckt. „Deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die mir in irgendeiner Form geholfen haben“, sagt sie. Schnell hätten Bürgermeister Tobias Goth und Bauamtsleiter Thomas Schröder Unterstützung durch Feuerwehrleute organisiert.

Weiterführende Artikel

Lasuv lässt Entwässerung der S 36 prüfen

Lasuv lässt Entwässerung der S 36 prüfen

Vertreter der Behörde haben sich die noch sichtbaren Schäden nach dem Unwetter am 11. Juni angeschaut. Bei diesem ersten Schritt darf es nicht bleiben.

 Den Kameraden dankt die Minkwitzerin genauso wie Nachbarn aus dem Ort und darüber hinaus, Spendern, Bauarbeitern und Beschäftigten des Bauhofes. Letztere waren nach dem Unwetter zur Stelle, als es um die Entsorgung des Schlammes und des durchnässten Mobiliars ging. (DA/sig)

Mehr zum Thema Döbeln