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Nach zehn Jahren: Sanierung der Turnhalle vor dem Abschluss

Die Außenfassade der Sporthalle von Weißenberg soll in Ordnung gebracht werden. Der letzte Schritt eines langen Wegs.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Weißenberg. Der Stadtrat Weißenberg hat kürzlich den Auftrag zur Sanierung der Außenfassade der Sporthalle Weißenberg vergeben. Doch diese Vergabe war keine gewöhnliche Vergabe, denn sie ist das Ende eines langen Prozesses. Seit über zehn Jahren betreut und plant Bernd Bämsch das Projekt Sporthalle – nun neigt es sich dem Ende entgegen mit dem vierten Abschnitt.

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So soll die Fassade der Sporthalle in Weißenberg bald aussehen. Die Sanierung soll im August beginnen.
So soll die Fassade der Sporthalle in Weißenberg bald aussehen. Die Sanierung soll im August beginnen. © Entwurf: Bauplanung Bämsch

Die Sporthalle vom ehemaligen VEB Montagekombinat Leipzig war eine der letzten Hallen in Stahlkonstruktion, als sie 1982 gebaut wurde. „Die Metallleichtbauweise war zu DDR-Zeiten sehr innovativ“, erinnert sich Bernd Bämsch. Die Sanierung seit 2006 wurde dank vieler Sponsoren und mithilfe der Mitglieder des Sportvereins realisiert. Es war immer eine Frage des Geldes, ob und wie gebaut werden konnte. Der letzte Abschnitt, die Fassade, kostet noch einmal knapp 400 000 Euro. Die Hälfte wird gefördert. Wenn klar ist, wann die Bauelemente geliefert werden, wird abschnittsweise vorgegangen. Zunächst wird der alte Belag vom Dach genommen und durch einen Kunststoffbelag ersetzt. „Auch der Blitzschutz wird dort gleich erneuert“, sagt Bernd Bämsch. Dann werden die alten Platten von der Außenwand entfernt. Es bleibt nur noch das Stahlgerüst stehen. Neue Sandwichplatten werden montiert. Sandwichplatten deshalb, weil sie zwischen zwei Blechschalen noch das Dämmmaterial haben. „Sie sind aber nicht nur dämmend, sondern auch luftdicht“, erklärt Bämsch einen weiteren Vorteil der Platten. Im Eingangsbereich der Halle werden die Fenster ausgetauscht. Im oberen Teil soll das Lichtband völlig erneuert werden. Das Lichtband an der eigentlichen Halle wird ersetzt. Als Material wird glasfaserverstärkter Kunststoff genommen. „Nicht das billigste Material, aber sehr haltbar“, sagt Bämsch. Dieses Fiberglas wird nicht nur blend-, sondern auch streulichtfrei sein. Es werden auch dann wieder Öffnungen eingebaut, die zur Entrauchung genutzt werden, falls es doch einmal zu einem Brand kommt. Allerdings wird das Öffnen nicht mehr manuell, sondern über die Rauchmeldeanlage der gesamten Halle veranlasst. Das Lichtband an der hinteren, also der Südseite der Sporthalle, wird es dann nicht mehr geben. „Wir haben schon jetzt diese Fenster mit grauer Farbe zugemalt“, sagt Bämsch, denn von dort kommt nur Hitze rein. Dieser Teil der Halle wird komplett mit Platten verkleidet. Die Platten werden nicht bunt, sondern in Silbergrau gehalten sein.

Der Planer hofft, dass mit den Arbeiten im August begonnen werden kann, um sie vor dem Winter fertigzustellen. Dann wird sich bald zeigen, dass es eine Energieeinsparung geben wird. Außerdem kann die Halle nach der Sanierung auch als Versammlungsstätte genutzt werden. Das komme dann auch den Schülern der Freien Mittelschule zugute, die bereits den Fördermittelbescheid zum Neubau eines Schulgebäudes hat. Für Bämsch geht damit eine lange, aber auch reizvolle Arbeit zu Ende. „Diese Sporthalle ist nicht von der Stange. Und auch eine abschnittsweise Sanierung hat ihren Reiz“, sagt er. Denn eine neue Halle wäre viel teurer geworden.