SZ +
Merken

Im Tal wo Imker noch Zeidler hießen

Eine Rundwanderung im östlichen Teil der Böhmischen Schweiz, Sie führt an historische Orte wie das Khaaltal.

Teilen
Folgen

Von Heinz Strohbach

Wir folgen jetzt auf der Dorfstraße von Hemmehübel weiter unserer blauen Markierung und erreichen so die Fahrstraße aus Mikulasovice (Nixdorf). Damit sind wir an der Grenzzone von Sandstein und Granit angekommen. Das nordöstliche Gebiet besteht aus Lausitzer Granit. Man nennt diese Linie die Lausitzer Überschiebung oder Störung. Gleichzeitig haben wir auch Brtniky (Zeidler) erreicht. Eine erste Erwähnung des Ortes erfolgte 1346. Der damalige Besitzer Peter von der Duba, betrieb hier eine Waldbienenwirtschaft. Die Imker nannte man damals Zeidler. Später ging der Name auf den Ort über. Durch Zeidler führt übrigens auch die Wasserscheide zwischen Nord- und Ostsee. Jetzt heißt es aufpassen: Die blaue Markierung läuft weiter durch den Ort. Wir aber nutzen jetzt sofort als Abkürzung die alte, rechts abzweigende Sternberkska cesta (Sternberger Straße) nach der Enklave Sternberg. Auf der Hochebene stoßen wir dann auf die grüne Markierung, der wir weiter in das Khaatal folgen. Von dem ehemaligen Sternberger Jagdschlösschen finden wir leider nur noch ein Relikt. 1771 ließ sich Graf Salm Reifferscheid aus Heinsbach das Gebäude errichten und gab ihm den Mädchennamen seiner Gattin. 1919 wurde er enteignet und der Prager Anwalt Dr. Ruzicka wurde neuer Besitzer. Dieser riegelte das früher sehr volksnahe Anwesen ab und schloss die Gastronomie. Fehlende Erhaltungsmaßnahmen nach der demokratischen Wende ließen das ganze Objekt verfallen.

Kurz hinter der Wiesenfläche entdecken wir einen Wegweiser, der uns mit einem grünen Dreieck zum sovi vyhlidka (Eulenblick) weist. Es ist eine etwas eingeschränkte Aussicht auf gegenüber liegende Felsenriffe und auf den Wolfsberg (Vlci hora) mit seinem Aussichtsturm. Nach einiger Zeit sinkt unser Weg etwas ab. Ein weiterer Wegweiser macht links auf einen großen Felsüberhang aufmerksam. Es ist das sogenannte Velky Prusky (Preußenlager). Etwas weiter entdecken wir den dritten Wegweiser, der mit dem grünen Dreieck zum Brtnicky hradek, dem Zeidler Raubschloss weist. Dieses Objekt wurde schon im November 2012 auf der Nachbarlandseite vorgestellt. Kurz nach diesem Abstecher führt unser Weg steil bergab in das Vlci potok(Zeidlerbachtal). Es ist auch als Radweg Nr. 3033 ausgewiesen. An der Touristicky most (Touristenbrücke) erreichen wir wieder das Khaatal. Der alte Übergang besaß früher nur eine Holzbrücke. Seit 1992 verbindet eine Betonbrücke die beiden Ufer. Mit der roten Markierung geht es rechts am Bach entlang wieder Richtung Grenzübergang. Große Verdienste um die Erschließung dieses Gebietes erwarben sich der Vorsitzende des Schönlindener Heimatvereins, Dr. Johann Hille und sein Stellvertreter. Der nächste Abschnitt des Weges führt durch das Gelände der ehemaligen kleinen Siedlung Hinterdaubitz. Nachdem 1945 die Sudetendeutschen ihre Häuser verlassen mussten, hat man sie dem Erdboden gleich gemacht. Am Grenzübergang ist die Hinterdaubitzer Straße erreicht. Sie bringt uns wieder zur Touristinformation bzw. dem Parkplatz zurück.

Der erste Teil ist am 21. März erschienen.