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Nachbarn ärgern sich über Turnhallen-Bau

Die Baustelle für die neue Schulsporthalle in der Zittauer Weinau reicht bis an die Grundstücksgrenzen der Anwohner heran. Sie wurden und werden nicht gefragt.

Rosine und Werner Meißner, hier mit ihrem Freund Günter Rößner (r.), haben von ihrem Garten künftig Ausblick auf eine graue Wand: die neue Sporthalle in der Zittauer Weinau.
Rosine und Werner Meißner, hier mit ihrem Freund Günter Rößner (r.), haben von ihrem Garten künftig Ausblick auf eine graue Wand: die neue Sporthalle in der Zittauer Weinau. © Matthias Weber/photoweber.de

Wenn Rosine und Werner Meißner draußen in ihrer schönen Sitzecke Kaffee trinken, dann sehen sie seit ein paar Wochen einer großen Betonwand beim Wachsen zu: Direkt vor Meißners Gartenzaun wird die neue Sporthalle der Zittauer Weinau-Schule gebaut. Künftig blickt das Rentner-Ehepaar nicht mehr auf Kinder im Schulgarten, sondern auf die meterhohe, fensterlose Seitenfront der neuen Halle.

"Wir gucken ab jetzt immer auf eine Wand", sagt Werner Meißner. "Da werden wir uns wohl oder übel dran gewöhnen müssen. Hoffentlich wird das nicht bloß eine glatte, graue Fläche". Wie die Wand einmal aussehen soll, das wissen Meißners genauso wenig wie die anderen Anwohner der Zittauer Kämmelstraße, deren Grundstücke unmittelbar an die Baustelle grenzen.

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"Uns hat niemand gefragt", sagt der Rentner. "Es hat uns nicht mal jemand informiert." Nicht nur die Meißners ärgert das. Auch Susanne Späthe und Frank Hirsch, die Zaun an Zaun wohnen. "Es ist doch ein Einschnitt in unsere Lebensqualität, wenn kaum fünf Meter hinter der Grundstücksgrenze ein so großes Gebäude entsteht", findet Susanne Späthe. Aber das scheine bei der Stadt offenbar niemanden zu interessieren.

So soll die neue Schulsporthalle an der Zittauer Weinau-Schule aussehen.
So soll die neue Schulsporthalle an der Zittauer Weinau-Schule aussehen. © Stadtverwaltung

"Wir haben gar nichts gegen die neue Sporthalle", versichert die Anwohnerin, "aber hätte es sich nicht gehört, dass mal jemand von der Stadt uns eingeladen hätte oder vorbeigekommen wäre? Das man uns gesagt hätte, so und so wird das mal aussehen und dann und dann wird gebaut?"

Genauso wie in der Vorbereitung des Bauvorhabens fühlen sich die unmittelbaren Anwohner auch jetzt während der Bauphase völlig ignoriert. "Wir finden das sehr traurig", sagt Susanne Späthe. "Wir haben nicht mal eine Telefonnummer oder einen Kontakt zu einem Ansprechpartner, an den wir uns wenden könnten, wenn es irgendein Problem gibt."

Stadt: Anwohner hätten sich selber informieren können

In der Zittauer Stadtverwaltung hält man das allerdings nicht für nötig. Über das Bauvorhaben sei ja mehrmals in der Sächsischen Zeitung und auf sächsische.de geschrieben worden, erklärt Michael Scholze vom Büro des Oberbürgermeisters. Die Berichte seien auch mit Ansichten der zukünftigen Halle versehen gewesen.

Zudem habe es am 19. März eine öffentliche Sitzung des Technischen- und Vergabe-Ausschusses des Stadtrats gegeben, an der interessierte Bürger hätten teilnehmen können. Die Beschlüsse seien selbstverständlich im Stadtanzeiger veröffentlicht worden und auch online recherchierbar. Die Anwohner hätten sich also selber informieren können.  

Eine unmittelbare Beteiligung der Grundstücksnachbarn an Bauvorhaben sei nur dann notwendig, wenn mit der Baumaßnahme in deren Rechte eingegriffen wird, beispielsweise geforderte Abstände nicht eingehalten werden können, so Scholze. Beim Bau der Sporthalle sei das nicht der Fall.

"Rein rechtlich mag das ja so sein", sagt Susanne Späthe. "Aber es wäre doch ein schönes Entgegenkommen der zuständigen Mitarbeiter aus dem Rathaus gewesen, sich mal mit uns zusammenzusetzen."  

Die Turnhalle ist Zittaus größtes Bauvorhaben in diesem Jahr. Im Herbst soll der Rohbau stehen. Ziel ist es, über den Winter mit dem Innenausbau weiterzumachen. Die gesamten Arbeiten sollen kommendes Jahr beendet sein. Das Vorhaben kostet vier Millionen Euro. "Wir liegen gut im Plan - sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan", heißt es aus dem Zittauer Rathaus.

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Die Baumaßnahme wird übrigens vom städtischen Referat Hochbau betreut. Bei Fragen könnten sich die Anwohner telefonisch unter 03583 752218 an den zuständigen Mitarbeiter wenden.

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