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Nachdenkliche Worte auf Burg Hohnstein

Im Haftlager der Burg Hohnstein kamen 140 Menschen um. Im Gedenken an sie wurden Blumen und Kränze niedergelegt.

© Dirk Zschiedrich

Hohnstein. Hohnsteiner haben am Mittwoch der Opfer von Nationalsozialismus, Krieg und Gewalt gedacht. Anlass war der 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz. Auch in Hohnstein hatten die Nazis in den Jahren 1933 und 1934 ein Schutzhaftlager eingerichtet. 140 Menschen starben dort. Und deshalb ist die Burg und das, was dort damals zumeist unbeachtet von der Bevölkerung geschah, Teil der Geschichte der Stadt.

Die Redner erinnerten an die Opfer des Krieges, appellierten daran, die Gräueltaten nicht zu vergessen und in der heutigen Zeit das Richtige zu tun. Pfarrerin Katrin Jell stellte Parallelen zwischen damals und heute her. So hätten sich die Hohnsteiner damals die Frage stellen müssen, warum sie nicht laut aufgeschrien und gesagt haben: „Das darf nicht sein.“ Auch heute gebe es wieder Menschen, die wegschauen. Man müsse sich auch heute fragen: Was können wir tun, wenn Menschen andere Menschen herabwürdigen, ausgrenzen? Was können wir tun, wenn Flüchtlinge in der Stadt bedroht werden und Angst haben müssen? Genau wie damals stehe auch heute noch die Frage: Wo bleibt der allgemeine Aufschrei?

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Landrat und Stadtrat a. D. Reinhart Schulze ergriff ebenfalls das Wort. Nicht umsonst stünden am Ehrenmal die Worte den Lebenden zur Mahnung, sagte er. Sie erinnern daran nicht zu vergessen und zu verhindern, dass es wieder passieren kann. Dazu gehöre, dass man akzeptieren müsse, dass Menschen die verfolgt werden, auch hier aufgenommen werden. „Wenn ich in einem Land wohnen würde, wo Krieg ist, würde ich auch in ein friedliches Land gehen“, sagte Reinhard Schulze. (SZ/aw)