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Nachts ein Taxi zu bekommen, könnte schwer werden

Reno König, Taxi-Unternehmer aus Heidenau, hat zwei Fahrer weniger als 2014. Er schaut jetzt genauer, wer wann wo steht.

© dpa

Von Heike Sabel

Wenn nicht gerade Silvester ist, heißt Nachtbereitschaft für die Taxifahrer in der Region oft: stehen und warten. Seit Januar müssten sie dafür 8,50 Euro pro Stunde bekommen. Die Taxi-Unternehmen haben daraus bereits eine erste Konsequenz gezogen und lassen ihre Taxis nicht mehr die ganze Nacht abfahrbereit am Bahnhof stehen. Der Heidenauer Taxi-Unternehmer Reno König hat sechs Fahrzeuge, und er hat seine Mannschaft bereits von zwölf auf zehn Fahrer verkleinert. Einer ist zum Jahreswechsel in Rente gegangen, einer fand einen anderen Job. Vorerst will König die zwei Stellen nicht wieder besetzen, schon allein, weil er eine zusätzliche Bürokraft einstellen musste, um den neuen Abrechnungs- und Nachweisaufwand zu bewältigen. Ob es zu Entlassungen kommt, könne erst im Februar gesagt werden, wenn die Abrechnung für den Januar vorliegt.

Wer den Pfennig nicht ehrt

und sich nicht im Paragrafendschungel zurechtfindet, ist schnell arm dran. Tipps und Tricks rund um Geld, Sparen und juristische Fallstricke gibt es hier zu finden.

König verweist auf einige offene Fragen im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohnes: Was zum Beispiel ist mit den Standzeiten? Nach derzeitiger Rechtsprechung sind sie Arbeitszeit, müssen also bezahlt werden. Deshalb auch die reduzierten Nachtangebote. Die aber stehen im Widerspruch zur Bereitstellungspflicht, die die Taxiunternehmer haben.

Eines aber sei sicher. Der Landkreis werde demnächst über eine Erhöhung der Taxipreise entscheiden. Die Krankenkassen zahlen seit Januar schon mehr. Die Fahrten für Krankenkassen und zur Schülerbeförderung, die der Kreis bezahlt, machen in ländlichen Gebieten wie der Sächsischen Schweiz etwa die Hälfte der Umsätze von Taxiunternehmen aus, sagt König.