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Nachwuchs-Künstler treffen sich in Nebelschütz

28 junge Leute aus Polen, Tschechien, Ungarn und Deutschland waren gemeinsam kreativ. Das Ergebnis ist sehenswert.

Von Helmut Schippel

Gesund und Fit

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International ging es jetzt – wieder einmal – in Nebelschütz zu. Grund war der vierte Internationale Jugendworkshop. Um sich dabei künstlerisch zu betätigen und sich mit Anderen dazu auszutauschen, reisten 28 Jugendliche und junge Erwachsene aus Ungarn, Tschechien, Polen und dem Landkreis Bautzen in der sorbischen Gemeinde an. Die Teilnehmer kamen etwa aus Liberec und Hermanice, aus Namyslow bei Breslau und aus Ladanybene in Ungarn. Partnerschaftliche Kontakte gibt schon länger, über Jahr werden sie vor allem dank des Internets gepflegt. Weil aber die direkte Begegnung, das Miteinander beim gemeinsamen Schaffen, nun einmal nach wie vor besonders nachhaltige Eindrücke hinterlässt, tritt man sich gern persönlich. Aller zwei Jahre organisieren unermüdliche Helfer wie Uta Rietschel, Silvio und Monika Reinecke deshalb die einwöchige Begegnung junger Europäer.

In diesem Jahr beschäftigten sich die auf drei Gruppen aufgeteilten jungen Leute unter der Anleitung von erfahrenen Experten mit Graffitiarbeiten, Holzbildhauerei und Fotografie. Am Anfang stand natürlich immer das Erarbeiten einer Konzeption für die Gruppen- oder Einzelarbeiten. Auch ohne Skizzen ging es nicht. Wie sonst soll beispielsweise die gewählte Thematik bei den Sprayern über die ganze Fläche einer Gebäudewand geführt werden – unter Beachtung der Proportionen?

Vereinbart worden waren eingangs die Gestaltung der Außenfassade der Jugendclubs in Wendischbaselitz und Nebelschütz. Auch zwei Innenwände sollten verschönert werden. Die „Bildhauer“ hatten sich unter anderem die Anfertigung von Orientierungsschildern im Steinbruch Miltitz vorgenommen. Die Besucher der kommenden 8. Bildhauerwerkstatt in der zweiten Augusthälfte werden dies wohl positiv registrieren. Über die gesamte Woche herrschte ein reges Treiben der jungen Künstler an ihren Objekten. Wesentlich für den Erfolg waren die fachlich versierten Unterweiser, wie Ludwig Pickert vom Bildhauerverein Steinleicht oder der Graffitiprofi Höhn aus Dresden. Seit 17 Jahren widmet er sich dieser Passion, realisiert Tages- und Wochenseminare und erhielt kürzlich den Sächsischen Präventionspreis.

Da momentan Ferienzeit ist, waren die jungen Künstler nicht allein unter sich, sondern im zunehmenden Kontakt mit den einheimischen Jugendlichen. Da war nicht nur interessant, wie man ein vernünftiges Graffiti gestaltet; da wurde über Sprachbarrieren und Ländergrenzen hinweg sich munter ausgetauscht. Allabendlich traf man sich in fröhlicher Runde hinterm Heldhaus zum Reden, Musizieren und auf einen gemäßigten Schluck.

Sparkasse und Ämter geben Geld

Bei der Präsentation konnten die Werkstattteilnehmer zu Recht auf ansehnliche Resultate ihrer Bemühungen verweisen. Und vor allem: auch der heimischen Jugend gefiel es.

Möglich wurde der kreative Workshop durch viele Unterstützer. Neben den Helfern vor Ort waren das auch Ämter und Institutionen. Das Sächsische Landesjugendamt, das Kreisjugendamt Bautzen und die Ostsächsische Sparkasse haben ihren finanziellen Beitrag geleistet, damit die gute Absicht „Förderung des Europagedankens“ auch 2013 erneut in Nebelschütz und seinen Ortsteilen eine reale Umsetzung erfahren konnte. Zsofi Csaja aus Ladanybene steht für eben diese Absicht, wenn sie beim Abschied sagte: „Die erste Fremdsprache Deutsch bei uns daheim, erweist sich immer wieder als eine gute Wahl. Ich scheide mit bleibenden Eindrücken und hoffe auf ein Wiedersehen“. Das sieht man in Nebelschütz nicht anders.