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"Naddl und Ronny" aus Galerie gestohlen

Die Kunstwerke, die durch das bekannte Hochhaus-Graffiti am Pirnaischen Platz inspiriert wurden, sind verschwunden. So reagiert der Künstler.

Die Kunstwerke, die durch das bekannte Hochhaus-Graffiti am Pirnaischen Platz inspiriert wurden, sind gestohlen worden.
Die Kunstwerke, die durch das bekannte Hochhaus-Graffiti am Pirnaischen Platz inspiriert wurden, sind gestohlen worden. © Sven Ellger

Dresden. Auf einmal waren da nur noch die Nägel an der Wand. Zwei Siebdrucke, auf denen das Dresdner Graffiti "Naddl und Ronny siegt" künstlerisch aufgegriffen wurde, sind am Wochenende aus der Motorenhalle auf der Wachsbleichstraße verschwunden.

Die Teilnehmer der Internationalen Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst hatten dort 14 Tage lang ihre Arbeiten ausgestellt. Am Samstag sollten sie abgenommen werden - doch "Naddl und Ronny" fehlten.

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Per Mail wurde der Hamburger Künstler Stephan Kambor über den Diebstahl informiert, verbunden mit einer Entschuldigung der Veranstalter. Offenbar hatten die Diebe die Kunstwerke während der Öffnungszeit von der Wand genommen und mitgenommen. "Der Verlust selbst ist für mich nicht so tragisch", sagt Kambor, der sich als Künstler nur ST nennt. "Mir tut es nur wahnsinnig leid für die Motorenhalle und die Veranstalter der Sommerakademie."

Zwei Kunstwerke wie dieses sind aus der Motorenhalle verschwunden.
Zwei Kunstwerke wie dieses sind aus der Motorenhalle verschwunden. © ST Kambor-Wiesenberg

Bei solch schnellen experimentellen Ausstellungen gebe es in der Regel keine Sicherheitsvorkehrungen. So seien auch die beiden nun verschwundenen Drucke nur mit Klammern fixiert und an Nägel gehängt worden. 

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Diebstahls habe Kambor Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Wer hinter dem Diebstahl stecken könnte, ist dem 41-Jährigen völlig unklar. 

Das Graffiti "Naddl und Ronny siegt", das unter anderem an der Fassade des Hochhauses am Pirnaischen Platz prangt, hatte Kambor zu seiner kleinen Siebdruckserie inspiriert. Dabei inszenierte er "Naddl und Ronny" als zwei sozialistische Figuren, die Hand in Hand durch eine durchbrochene Mauer schauen.

Stephan Kambor kann sich noch keinen Reim auf den Diebstahl in Dresden machen.
Stephan Kambor kann sich noch keinen Reim auf den Diebstahl in Dresden machen. © ST Kambor-Wiesenberg

Da es sich bei dem Ausdruck "Naddl und Ronny siegt" möglicherweise um die ausgeschriebene Variante des in Dresden verbreiteten Sprayer-Kürzels N.U.R. handeln könnte, ist es vorstellbar, dass auch die Diebe aus der Szene stammen könnten. 

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"Ich möchte niemandem verdächtigen, aber sollte es da eine Verbindung geben, dann hätten mir die Sprayer lieber schreiben können und ich hätte ihnen gern Abzüge geschickt." Er sei ein großer Fan der Szene, wisse aber nicht, ob es ein Affront gewesen sein könnte, das Graffiti zu zitieren. In der Künstlerszene gelte das ja aber eher als Respektsbekundung.

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