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Nächste Woche freie Fahrt im Schottenbergtunnel

Ein Jahr nach der Flut werden gerade die letzten Schäden beseitigt. Eine Vollsperrung droht allerdings noch.

© hübschmann

Von Christoph Scharf

An die Warnbaken im Schottenbergtunnel haben sich die Autofahrer längst gewöhnt. Seit vergangenem Juni verengen sie den Verkehr bergauf von zwei Fahrspuren auf eine. Doch jetzt, gut ein Jahr nach dem Hochwasser 2013, ist ein Ende der Absperrung in Sicht. „Sollte alles glatt gehen, können wir den Tunnel am Dienstag Mittag wieder für den Verkehr freigeben“, sagt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv).

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Die Dresdner Behörde beschäftigt sich seit geschlagenen zwölf Monaten mit dem Meißner Tunnel. Dort hatte die Juniflut 2013 die Pumpenanlage für die Löschwasserversorgung im Tunnel außer Gefecht gesetzt. Pumpen, Regler, Steuerungstechnik – alles, was in einem unterirdischen Raum auf dem Tunnelvorplatz untergebracht worden war, versank in den braunen Fluten. Seitdem liefern die Hydranten in der Röhre kein Wasser mehr – und eine Fahrspur der B 101 musste gesperrt bleiben, damit im Notfall die Feuerwehr Platz hat, eine eigene Löschwasserversorgung mit Schläuchen aufzubauen.

Zum Glück war das bislang nie nötig – und soll sich ab Dienstag ohnehin erledigt haben. Denn dann wird die in den vergangenen Monaten reparierte Anlage wieder in Betrieb genommen, so dass alle sechs Hydranten ausreichend Wasser liefern, sollte ein Auto im Tunnel in Brand geraten.

Eine Frage allerdings bleibt: Warum dauerte die Reparatur, für die das Lasuv rund 300 000 Euro veranschlagte, ein ganzes Jahr? Laut Dr. Carsten Neuberg, dem zuständigen Referatsleiter im Landesamt, reichte es nicht aus, die kaputte Technik einfach auszutauschen. Stattdessen habe man bereits seit 2013 mit einer Fachfirma verhandelt, die die Anlage komplett umgestalten und hochwassertauglich machen sollte. Die Kooperation klappte allerdings nicht so reibungslos, wie erhofft. Es gab ein mehrfaches Hin und Her, manch Vor-Ort-Termin wurde nötig. Zudem habe ein Ingenieurbüro Zeit gebraucht. Das hatte der Freistaat mit der Prüfung des vorgelegten Reparaturvorschlags beauftragt. Und als endlich im Frühjahr der Auftrag vergeben werden konnte, mussten Lieferfristigen für die Spezialpumpen abgewartet werden.

Dafür ist der Ingenieur nun mit dem Ergebnis zufrieden. „Für das nächste Hochwasser sind wir wesentlich besser gerüstet.“ Nun ist der gut vier Meter hohe unterirdische Raum mit den Pumpen besser gegen eindrängendes Wasser abgedichtet. 2013 drückte die Flut wohl durch einen Regenwasserkanal in den Technikraum. Das soll künftig ausgeschlossen sein. Wenn er wider Erwarten trotzdem nochmals geflutet wird, sollen die Schäden wesentlich geringer ausfallen, als beim letzten Mal. Dafür wurde die hoch komplizierte Steuerungstechnik aus dem unterirdischen Raum in das benachbarte Technikgebäude verlegt, bis wo kein Hochwasser dringen soll. „Im Notfall müssen wir das nächste Mal bloß noch die Pumpen und die Schieber auswechseln.“

Gleichzeitig wurde das 72 Kubikmeter fassende Wasserbecken geleert, von Schlamm gereinigt und neu mit Trinkwasser befüllt. „Die Menge reicht selbst für einen Lkw-Brand“, sagt Carsten Neuberg. Um die Funktionsweise des Löschwassersystems zu testen, muss am Dienstag der Tunnel allerdings noch einmal komplett gesperrt werden – voraussichtlich von 10 bis 13 Uhr. Dabei ist etwa eine Stunde lang auch die komplette Kreuzung zwischen Brücke und Tunnel dicht, so dass selbst Autos, die von der rechten Elbseite aus Richtung Zehren wollen, betroffen sind.