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Meißen

Nächste Woche sollen die Bagger anrollen

Trotz enormer Kostensteigerung – der Gemeinderat vergibt die ersten Bauaufträge für die neue Oberschule in Ullendorf.

Schnittmodell der neuen Oberschule in Ullendorf – das Raumprogramm folgt modernen Anforderungen.
Schnittmodell der neuen Oberschule in Ullendorf – das Raumprogramm folgt modernen Anforderungen. © Grafik: Hauswald

Klipphausen. Ab einer bestimmten Summe müssen Baulose europaweit ausgeschrieben werden. Im Falle der neuen Oberschule mit Zwei-Feld-Sporthalle war das der Fall. Daraufhin gingen vier Angebote ein, so Bauamtsleiter Dieter Schneider. 

Sie wurden vom Architekturbüro Hauswald Meißen, das auch den Entwurf für das Gesamtprojekt geliefert hatte, geprüft. Das günstigste der vier Angebote legte danach die Firma HIW Hoch- und Ingenieurbau Wilsdruff GmbH mit einem Bruttopreis von knapp 3,8 Millionen Euro vor. 

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„Der vorkalkulierte Kostenrahmen von drei Millionen Euro wird um circa 23,6 Prozent überschritten“, schreibt Architekt Knut Hauswald in seinem Vergabevorschlag.

Selbst wenn beim Baustahl gespart werde, habe die Gemeinde dennoch einen Mehraufwand von 709.000 Euro zu verkraften. „Da eine Beruhigung der Preisentwicklung oder gar ein rückgängiges Preisniveau nicht zu erwarten ist, raten wir dennoch zur Beauftragung“, so Knut Hauswald. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung auf seiner Sitzung am Dienstag.

Auch wenn die Kosten für den Rohbau von Schule und Sporthalle viel höher geworden sind, hat das Ganze bei vielen Gemeinderäten und vor allem Eltern in der Gemeinde etwas Positives: Nach Jahren der Vorbereitung geht es nun endlich los mit dem Bau der dringend herbeigesehnten Oberschule in Klipphausen. 

„Wenn nichts dazwischen kommt, rollen kommenden Montag die Bagger“, beginnt die Wilsdruffer Firma HIW mit dem Ausheben der Baugrube.

Bauamtsleiter Dieter Schneider sieht noch ein anderes positives Signal. Wurden Schulbauten in Sachsen bislang mit höchstens 40 Prozent durch den Freistaat gefördert, so werden es künftig 60 Prozent sein. Durch den damit geringeren Eigenanteil der Gemeinde werden Mittel frei, um die Teuerung beim Rohbau aufzufangen.

Der Gemeinderat fasste weitere Beschlüsse, um das größte Projekt der Gemeinde in den kommenden beiden Jahren auf den Weg zu bringen, immerhin sind für die Errichtung von Schulhaus, Sporthalle und Außenanlagen Kosten von insgesamt 13 Millionen Euro geplant – was absehbar wohl überschritten werden wird. 

„Die Schule braucht einen eigenen Anschluss ans Stromnetz“, so Dieter Schneider. Den, inklusive eines eigenen Trafos, wird die Enso Netz für knapp 45.000 Euro liefern. Noch einmal rund 12.500 Euro kostet der Kabelzug vom Trafo zur Schule und zur Sporthalle. Ein deutlich größerer Batzen sind die gut 230.000 Euro für den Bau von Trink-, Schmutz- und Regenwasserleitungen.

Die Gebäude der neuen Oberschule müssen in Ullendorf zwar erst noch gebaut werden, aber als Schule besteht sie ja schon. In der Grundschule gibt es bereits zwei Klassen und in die ursprünglich als Flüchtlingsunterkünfte gebauten Baracken in Röhrsdorf werden im August zwei weitere eingeschult. Derzeit werden dafür die Innenräume hergerichtet. Damit diese Interimsschule pünktlich zum Schuljahresbeginn den Unterricht aufnehmen kann, muss sie eine eigene Zufahrt erhalten.

Nicht über das Gelände von Olgas Imbiss soll diese führen, sondern hinter dem kleinen Wäldchen vorbei. „Dort entstehen eine Bushaltestelle und Parkplätze für Eltern und Lehrer“, so Dieter Schneider. Im August lernen dann hier 100 Kinder. In der neuen Schule werden es einmal 320 sein.

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