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Nahverkehr wird halbe Million Euro teurer

Der Landkreis Görlitz muss mehr für die Personenbeförderung bezahlen. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe.

Umleitungen, wie auf diesem Archivbild aus Reichenbach, können für den Kreis teuer werden.
Umleitungen, wie auf diesem Archivbild aus Reichenbach, können für den Kreis teuer werden. © nikolaischmidt.de

Im zweiten Halbjahr werden die Zahlungen für den öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis für 2019 fällig. Bisher sind die Experten davon ausgegangen, dass der  Kreis mit 14,9 Millionen Euro zu rechnen hat. Diese Summe reicht allerdings nicht.

Die Aufwendungen werden um eine reichliche halbe Million Euro teurer. Dabei gibt es noch nicht einmal eine Spitzenabrechnung. Dazu fehlen noch Zuarbeiten, unterem vom Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON). Die endgültige Abrechnung soll erst  im dritten Quartal dieses Jahres vorgelegt werden. Die jetzt im Kreistag vorgelegte Prognose stützt  sich auf Entwicklungen aus den vergangenen beiden Jahren.

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Das sind die drei wesentlichen Gründe dafür, dass der Nahverkehr teurer für den Kreis wird:

1. Neues Gesetz bei der Schwerbehindertenbeförderung

Schwerbehinderte Menschen dürfen im öffentlichen Personennahverkehr nicht mehr vom Fahrpersonal gezählt werden. Übernommen hat das die PTV Group, ein Unternehmen für Planung, Transport und Verkehr. Kosten des Ganzen: rund 68.000 Euro. Die PTV Group, gegründet 1979, ist ein Softwareunternehmen mit Sitz in Karlsruhe. Sie gehört zur Porsche Automobil Holding aus Stuttgart.

2. Mehr Kilometer durch Baustellen-Umleitungen

Umleitungen wegen Baustellen und Ähnlichem können teuer werden. Laut Verkehrsvertrag übernimmt der Auftraggeber die Kosten für die Störung, die über ein Prozent gegenüber der vereinbarten Verkehrsleistung liegen. 2018 entstanden dem Kreis dadurch Mehrkosten von etwa 100.000 Euro. Diese Summe wird für 2019 ebenfalls angenommen.

3. Preiserhöhungen schlagen durch

Einige Einzelposten für die Preisberechnung haben sich in den vergangenen drei Jahren langsam aber sicher erhöht und damit den Preis je Fahrkilometer verteuert. Bevor etwa der Dieselpreis während der Corona-Krise abrutschte, stieg er von 2016 um etwa acht Prozent auf 2017. Von 2017 zu 2018 waren es dann noch einmal rund elfeinhalb Prozent. Deshalb, so die Prognose, müsse wohl auch für 2019 gerechnet werden, die Spitzenabrechnung vorausgesetzt.

Steigerungen gab es zudem bei den Personalkosten. Sei 2016 gehen die jährlich um rund drei Prozent nach oben. Und: Auch die Fahrzeugbeschaffung und die Wartung sind teurer geworden, 2018 beispielsweise um über zwei Prozent. Bei Diesel und Fahrzeuge wird daher eine Prognose von etwa 101.000 Euro angenommen, bei den Personalkosten rund 245.000 Euro. 

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Der Kreistag stimmte jetzt dem Mehraufwand von 514.000 Euro für den öffentlichen Personennahverkehr zu. Es gab keine Gegenstimmen und keine Enthaltungen - und auch keine Diskussion.

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