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Nathan der Weise in Zeiten von Pegida

Das Dresdner Not-Theater hat das Stück in konzentrierter Form in Meißen aufgeführt. Leider fehlte die Zeit für eine eigentlich nötige Diskussion.

Von Peter Braukmann

Ich erinnere mich noch gut an „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing aus der Schule. Da mussten wir doch auch mal durch. 11. Klasse war das, am Gymnasium Seesen in Niedersachsen. Die legendäre Ringparabel, das Paradestück der Aufklärung, hat uns langfristig gesehen aber auch geholfen, tolerant zu werden. Für alle, die es nicht mehr wissen: Die Ringparabel sendet die Botschaft, dass Gott alle Gläubigen gleichermaßen liebt, unabhängig davon, ob sie Christen, Juden oder Muslime sind. So ein Stückchen Aufklärung tut heutzutage mal wieder not.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Das Panische Not-Theater aus Dresden leistet hier einen Beitrag. Das von Lessing als fünfaktiges Ideendrama geschriebene Stück ist auf eine Stunde und zwanzig Minuten gestrichen worden. Die drei Schauspieler (Christina Kraft, Thomas Kressmann, Utz Pannike) schlüpften in alle neun Rollen des Werkes, wobei minimale Kostümveränderungen (verschiedene Kopfbedeckungen) helfen, den Rollenwechsel anzuzeigen. Das machen sie perfekt, musikalische Einwürfe mit Percussion, Gitarre und Mundharmonika sowie die sehr straffe, auf den Punkt gebrachte Fassung, nehmen dem Werk die Patina. So kommt der alte Nathan sehr spannend und unterhaltsam daher. Die gesungenen Passagen beleben swingend das Stück und schaffen immer wieder erholsame Phasen, um sich auf das Folgende umso besser konzentrieren zu können.

Da die Produktion aus dem Jahre 2009 stammt, wird die Regie in mancher Hinsicht nicht den gegenwärtigen sozialen und politischen Strömungen gerecht. Darüber hätte man im Anschluss an die Aufführung diskutieren können. Zumindest wurde dieses Angebot von Utz Pannike an das Publikum gemacht. Die anwesenden Schulklassen hatten keine Zeit, draußen wartete der Bus. Ein Lehrer meinte zu seinen Kollegen: „Wenn man das vorher gewusst hätte, hätte man den Bus ja auch auf später bestellen können.“

Die Menschen sind nicht immer, was sie scheinen, aber selten etwas Besseres (Nathan der Weise).

Nächste Veranstaltung im Theater Meißen ist am Mittwoch, 11 Uhr, der Philharmonische Stilbruch mit der Elbland Philharmonie Sachsen gemeinsam mit der Straßenkünstlerband „Stilbruch“. Der Cellist Christian Maul ist der Kopf dieser Gruppe und entwickelte zusammen mit seinen Kollegen die anfängliche Straßenband zu einer professionellen Band mit eigenständigem akustischen Rock.