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Natur in vielen Facetten

Eine Ausstellung in der Lohse-Galerie Bischofswerda würdigt das Lebenswerk von Bernd Warnatzsch. Aus gutem Grund.

© Wolfgang Schmidt

Von Wolfgang Schmidt

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Durch die Jahre“ nennt Bernd Warnatzsch seine Personalausstellung mit Werken der Grafik und Malerei, die an diesem Freitag in der Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda eröffnet wird. Anlass für den optischen Rückblick ist der 75. Geburtstag, den der Bischofswerdaer Kunsterzieher und Künstler kürzlich begangen hat. Damit wird in der Galerie die bemerkenswerte Präsentation der Werke von Malern der Stadt fortgesetzt. Kürzlich erst waren Arbeiten von Paul Kegel, Hellmuth Tischer und Siegfried Hedusch zu sehen.

Etwa 100 Exponate, von denen einige bereits vor einem halben Jahrhundert entstanden sind, hat der Hobbymaler ausgewählt. Neben Grafiken, bei denen Bernd Warnatzsch mit Tusche und Feder experimentiert, sind es Themen, die er mit Tempera-, Guache-, Aquarell- oder Ölfarben gestaltete. Landschaften sind zu sehen, vor allem aus der näheren Umgebung. Von verhaltener bis intensiver Farbigkeit nutzt er besonders die Grün- und Braunskala bis zu intensiven Rottönen.

Bewusste Reduzierung von Form und Farbe

„Die Bilder von Bernd Warnatzsch sind gekennzeichnet von einem wohltuenden Maß an Proportionalität, die der Betrachter nachvollziehen und an der er teilhaben kann“, urteilt der Kunstkenner Andreas Frister. Es sind schlichte Motive, die durch bewusste Reduzierung von Form und Farbe das Alltägliche der Natur im Wechsel der Jahreszeiten nacherleben lassen.

Bernd Warnatzsch erlernte den Beruf eines Forstfacharbeiters. In seinen Bildern ist das nicht zu übersehen, das Motiv „Wald“ liegt ihm besonders am Herzen. Dazu ein künstlerisch aufgeschlossenes Klima in seiner Familie, das ihn schon zeitig anregte sich in dieser Weise mit der Natur, dem Menschen und der Landschaft praktisch auseinander zu setzen. Später wendet er sich beruflich der Pädagogik zu, wird Heimerzieher und wirkt seit 1965 als Lehrer für Kunsterziehung an der Oberschule in Großharthau und ab 1981 an der Otto-Buchwitz-Schule Bischofswerda. Dort das musische Klima mit voranzubringen und nachhaltig zu beeinflussen, ist für ihn Herausforderung, aber auch Freude. Er leitet Arbeitsgemeinschaften und Zirkel, fördert den künstlerischen Nachwuchs und beteiligt sich an Ausstellungen. Nach einem von Bernd Warnatzsch entworfenem Konzept wird in den 1980er Jahren eine farbliche Neugestaltung der Innenräume der Otto-Buchwitz-Schule begonnen. „Dunkle Ölsockel verschwanden, helle Farbtöne waren künftig dominierend“, freut er sich noch heute.

Das Skizzenbuch ist immer dabei

Und auch jetzt ist der Senior weiter künstlerisch aktiv. Um seine Ideen und Erlebnisse festzuhalten, hat er ständig ein Skizzenbuch bei sich. Außerdem experimentiert er mit Plakatpapieren und Wachskreide. In seinem Gartenatelier liegen unvollendete Werke, die abgeschlossen werden müssten. Zudem vermittelt er derzeit einem 15-Jährigen seine Kenntnisse im Malen und Zeichnen.

Mit der ab dem Schuljahr 1992/93 geltenden sächsischen Schulreform wurden die Pädagogenkollektive neu zusammengesetzt und die Pflichtstundenzahl für die Lehrer erhöht. Bernd Warnatzsch wird ab 1991 – bedingt auch durch das Einstundenfach Kunsterziehung – nacheinander an die Schulen in Burkau, Gaußig, Schirgiswalde, Elstra, Kamenz und Bretnig delegiert. Auch dort hinterlässt er anerkennende Spuren bis zum Schluss seiner Berufstätigkeit 2001. Trotz dieser pädagogischen Diskontinuität bleibt der Bischofswerdaer Optimist, persönlich und künstlerisch.

Von bekannten Künstlern gelernt

Immer war und ist der parteilose Bernd Warnatzsch auch Lernender. Während des Studiums und in Fortbildungen fand er bei den Dresdener Künstlern Klaus Drechsler und Werner Schellenberg grundlegende Anregungen, die ihn besonders für die Farbe im Bild begeistern. Im Malzirkel, der späteren „Interessengemeinschaft Bildende Kunst“ im Bischofswerdaer Kulturhaus, trifft er in den 60er-Jahren auf den Maler Rosso Majores, später auf Rolf Werstler.

An der Hochschule für Bildende Künste in Dresden erweitert er seine Kenntnisse im figürlichen Erfassen des Menschen in einem Abendkurs bei Professor Gottfried Bammes. In einem seiner Standardwerke, „Figürliches Gestalten“, wurden sogar zwei Zeichnungen des Bischofswerdaers Bernd Warnatzsch aufgenommen. Anerkennung und Ehrung für den Freizeitmaler zugleich.

Bernd Warnatzsch ist seit 1964 verheiratet mit Ehefrau Gerlinde, die sich mit der Archivierung seiner Exponate einbringt. Zwei Kinder wurden in der Ehe geboren.

Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda, Dresdener Straße 1. Ausstellungseröffnung am 30. Januar, 19 Uhr. Zu sehen bis zum 22. März, Mo./Fr. 10-12 Uhr, Di.. 10-16 Uhr, Do. 10-18 Uhr, So. 14-17 Uhr.

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