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Naturempfinden mit allen Sinnen

Ein Leben in der Provinz muss nicht Leben in Provinzialität sein“, erklärte der Görlitzer Galerist Eberhard Klinger bei der Eröffnung der Ausstellung von Heike Dittrich im Bautzener Landratsamt am Montagabend.

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Von Carmen Schumann

Ein Leben in der Provinz muss nicht Leben in Provinzialität sein“, erklärte der Görlitzer Galerist Eberhard Klinger bei der Eröffnung der Ausstellung von Heike Dittrich im Bautzener Landratsamt am Montagabend. Das Werk der Heike Dittrich ist der beste Beweis für Klingers Ausspruch.

In der Oberlausitz geboren und in einer kinderreichen Gastwirtsfamilie aufgewachsen, studierte Heike Dittrich in den achtziger Jahren an der Kunsthochschule in Berlin Weißensee und fühlte sich im Kreis der Berliner Künstler aufgehoben und verstanden. Ihre Lehrer waren Prof. Dieter Goltzsche und Johannes Heisig. Ihr Diplom legte sie 1996 bei Prof. Claus Weidensdorfer ab - alles Namen, die in der Kunstwelt einen guten Klang haben.

Eberhard Klinger lobte die Wilthenerin, die jetzt in Bautzen lebt, als eine Künstlerin, die „ihre künstlerische Identität auf dem Boden bewährter Traditionen auslebt“. So hat sie in der Auseinandersetzung mit den Romantikern oder dem Bischofswerdaer Expressionisten Carl Lohse ihren eigenen künstlerischen Weg gefunden. Ihre Porträts entstehen aus der Unmittelbarkeit des Augenblicks. Die Aktstudien strahlen eine tabulose Sinnlichkeit und Erotik aus.

Der Galerist Klinger sagt über Heike Dittrich, sie sei „ein Naturkind im besten Sinne“. Die Wahrnehmung der Natur mit allen Sinnen sei eine ihrer größten Stärken. Dazu gehöre aber auch, dass sie sich ständig in Frage stelle und dabei auch ihre persönlichen Grenzen auslote. Entgegen den sonstigen Gepflogenheiten nimmt die neue Ausstellung im Landratsamt mehr Raum ein, als nur das vordere Foyer. Die großformatigen Gemälde der Künstlerin brauchen mehr Platz zum Wirken, so dass diesmal auch die so genannte Kutscheneinfahrt und die angrenzenden Räume in die Ausstellungsfläche einbezogen wurden.

Diesmal kamen für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung nicht wie sonst üblich, Schüler der Musikschule zum Einsatz, sondern Trommler aus dem Steinhaus.

Dort ist Heike Dittrich seit diesem Jahr künstlerische Projektleiterin. Außerdem ist die Wahl-Bautzenerin als Honorarkraft für das Fach „Gestalten“ an der Katholischen Fachschule für Kinderpflege tätig. Im Vorstand des Bautzener Kunstvereins gehört sie den Arbeitsgruppen „Herbstsalon“ und „Jugendsommerkurs“ an.

Eine berührende Geste war, dass sich die Künstlerin bei allen, die sie in ihrer Laufbahn unterstützten, mit einer Blume bedankte.