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Freital

Naturschützer wollen ins Schloss, dürfen aber nicht

Die Landesstiftung soll nach Grillenburg ziehen – aber nicht ins bevorzugte Domizil. Gefährdet das ihre Arbeit?

Wenn schon Grillenburg, dann hier: Die Landesstiftung für Natur und Umwelt sähe sich lieber im Jagdschloss. Doch das Kulturdenkmal ist nun den Plänen der TU Dresden vorbehalten.
Wenn schon Grillenburg, dann hier: Die Landesstiftung für Natur und Umwelt sähe sich lieber im Jagdschloss. Doch das Kulturdenkmal ist nun den Plänen der TU Dresden vorbehalten. © Andreas Weihs

Diese Nachricht ließ wieder hoffen – jedoch nicht alle. Als Ende Juli mit dem Besuch des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) verkündet wurde, dass die TU Dresden aus dem Schlossensemble in Grillenburg ein modernes Tagungs- und Konferenzzentrum machen will, war das, als spitze der Prinz endlich seine Lippen über dem schlafenden Dornröschen. Die Pläne, den Leerstand und Verfall der historischen Gemäuer mit einer Investition von voraussichtlich 36 Millionen Euro zu beenden, bekräftigten TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen, Innenminister Roland Wöller (CDU) und Tharandts Bürgermeister Silvio Ziesemer (parteilos) einen Monat später nochmals mit ihren Unterschriften in einer gemeinsamen Absichtserklärung.

Doch die frohe Botschaft für das Anwesen im Tharandter Wald sorgt in der Landesstiftung für Natur und Umwelt (Lanu) nicht gerade für Jubel. Schon seit Jahren ist zwar per Gesetzesbeschluss vorgesehen, dass die Stiftung wieder nach Grillenburg ziehen soll, wo sie bis 2008 bereits hinter den Schlossmauern wirkte.

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Doch anstatt zurück ins Schloss, sollen die Naturschützer künftig in der ehemaligen Forstlichen Ausbildungsstätte arbeiten, nur etwa 200 Meter vom Schloss entfernt. Derzeit wird das Haus noch zur Erstaufnahme von Flüchtlingen genutzt. Eine endgültige Entscheidung dazu steht zwar noch vonseiten der Staatsregierung aus. In ihrer Plenarsitzung Ende Mai aber sprachen sich die Landtagsabgeordneten bereits für den Umzug der Stiftung aus, sobald es für die Asylbewerber eine andere Unterkunft gibt.

Die Forstliche Ausbildungsstätte soll neues Domizil der Naturschützer werden, so die Empfehlung des Landtages an die Regierung. Den Betroffenen passt das jedoch nicht.
Die Forstliche Ausbildungsstätte soll neues Domizil der Naturschützer werden, so die Empfehlung des Landtages an die Regierung. Den Betroffenen passt das jedoch nicht. © Andreas Weihs

Vor allem finanzielle Gründe waren wohl für diese Entscheidung ausschlaggebend. Mit voraussichtlich zwei bis drei Millionen Euro sind die notwendigen Umbauten an dem einstigen Lehrhaus vergleichsweise günstig, so die Erkenntnis.

Diesem Umzug fiebert man jedoch in der Landesstiftung keinesfalls entgegen. Schon Grillenburg an sich ist nicht gerade der favorisierte Arbeitsort für die Landesstiftung für Natur und Umwelt. Grund dafür ist die mangelhafte Anbindung des Ortes an den öffentlichen Nahverkehr. Annähernd alle Angestellten der Stiftung, die derzeit in Dresden arbeiten, seien in Zukunft gezwungen, mit dem Auto ihre Arbeitsstätte in Grillenburg aufzusuchen, erklärt Lanu-Sprecherin Andrea Gößl. Für alle rund 30 Mitarbeiter, die derzeit am Standort Dresden arbeiten und vom Umzug betroffen sind, verlängere sich der Arbeitsweg. Dies gelte genauso für die Besucher der Stiftung. Schließlich sei eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein Aushängeschild einer Umweltstiftung. Eine Unterbringung im repräsentativen Jagdschloss allerdings hätte zumindest annähernd die mangelnde Verkehrsanbindung gutgemacht.

Bei der Standortfrage habe man daher stets das Jagdschloss im Blick gehabt, da die Akademie der Stiftung hier eben schon einmal ansässig war, erklärt die Lanu-Sprecherin. Außerdem habe es die Idee gegeben, das Außengelände ums Schlossensemble für Umweltbildungszwecke zu nutzen. „Synergieeffekte sollten für die Besucher aus der Attraktivität des ehemaligen Kulturdenkmals und des Umweltbildungsangebotes der Lanu in naturnaher Umgebung entstehen“, erklärt Andrea Gößl die Vorstellungen, die man in der Einrichtung hatte. Auch für die Spender sei eine attraktive Umgebung wichtig. Eine Landesstiftung solle schließlich auch einen „gewissen Geist ausstrahlen“. „Eine Unterbringung in der ehemaligen forstlichen Lehranstalt kann dies nicht leisten“, macht Andrea Gößl deutlich.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/ort/freital und www.sächsische.de/ort/dippoldiswalde vorbei.

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