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Naturschutz durchkreuzt Weinfestpläne

Der Aufbau des diesjährigen Labyrinths begann erst neben der Panzerstraße. Nun ist die begehbare Skulptur an seinen alten Standort zurückgekehrt.

Künstler Reinhard Zabka steht mitten in einem Berg von Holzpaletten und -kisten. Es ist das Baumaterial für sein Labyrinth auf der Elbwiese. Eigentlich sollte der Haufen komplett verschwunden und zu neuen fantastischen Gebilden verbaut sein.
Künstler Reinhard Zabka steht mitten in einem Berg von Holzpaletten und -kisten. Es ist das Baumaterial für sein Labyrinth auf der Elbwiese. Eigentlich sollte der Haufen komplett verschwunden und zu neuen fantastischen Gebilden verbaut sein. © Arvid Müller

Radebeul. Einer Posse gleicht das jüngste Hin und Her um das Labyrinth des Künstlers Reinhard Zabka. Einmal hieß es aus dem städtischen Kulturamt, dass die begehbare Plastik dieses Jahr nicht wie die 20 Male zuvor zum Herbst- und Weinfest auf der Elbwiese Altkötzschenbroda aufgebaut werden darf. Nun steht sie jedoch wieder am alten Standort.

"Das ist ein Totalschaden für den Skulpturengarten", meint Zabka, als sich neben ihm auf der Elbwiese noch ein großer Bretterhaufen türmt. Dessen Volumen füllt deutlich mehr Raum aus als die bislang aus einem Teil des Holzstapels zusammengebauten Gebilde. Eigentlich sollte das Labyrinth bereits fertig sein. "Uns gingen vier Tage verloren", klagt Zabka.

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Skulpturengarten sollte länger stehen als sonst

Um die Hygieneauflagen sowie Abstandsregelungen wegen der Corona-Pandemie zu erfüllen, findet das diesjährige Herbst- und Weinfest samt Internationalem Wandertheaterfestival nicht auf seinem traditionellen Areal in Altkötzschenbroda statt. Um die 50.000 Besucher drängen sich sonst zwischen Dorfanger und Elbe an den drei Festtagen jährlich. Um sie über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen, gibt es dieses Mal viele kleine Veranstaltungsorte wie Weingüter, Besenwirtschaften oder Grün- und Freiflächen.

Auch die Elbwiese von Altkötzschenbroda hat das Kulturamt zur Tabuzone erklärt. Dort stand bislang immer Zabkas Holzlabyrinth, das zum großen Finale des Herbst- und Weinfestes am Sonntag in Flammen aufging. Als einen Ausweichstandort für Dorfanger und Elbwiese hat das Kulturamt die Serkowitzer Elbaue erkoren, links neben der Panzerstraße gelegen, wenn man in Richtung Fluss schaut. Konzerte von Folk- und Weltmusikern sowie Aufführungen des Wandertheaterfestivals waren auf dem Areal angedacht. Und Zabka sollte sein Labyrinth in Form eines weitläufigen Skulpturengartens, der einen größeren Abstand zwischen den einzelnen Figuren und somit auch der künftigen Besucher gewährleistet, dort aufbauen können. Es sollte zudem länger als sonst stehen, und zwar einen ganzen Monat.

Weil vier Tage Bauzeit durch einen Fehler im Kulturamt verloren gingen, ist das Labyrinth nur zum Teil fertig.
Weil vier Tage Bauzeit durch einen Fehler im Kulturamt verloren gingen, ist das Labyrinth nur zum Teil fertig. © Arvid Müller

Damit Zabka und sein Team wie geplant Ende August die Eröffnung von „LAB-ratorium“, so der diesjährige Name, feiern konnten, begannen sie am vergangenen Montag mit dem Aufbau. Im vorigen Jahr haben sie rund 180 Kubikmeter Palettenholz, 60 Holzstangen und knapp 90 Kilogramm Nägel verarbeitet. Bereits am Dienstag konnte man von der Kötzschenbrodaer Straße aus erste Holztürme sehen, deren Spitzen über den Damm mit der Panzerstraße ragten. Am Mittwoch waren sie plötzlich weg beziehungsweise lagen umgekippt auf den Boden. Es hatte den Anschein, dass der starke Wind Mitte vergangener Woche den Aufbau bremste.

Allerdings wurde bereits am Dienstagabend ein Baustopp für das Labyrinth an dieser Stelle verhängt. Grund war nicht das stürmische Wetter. Sondern das Bauverbot dort hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Meißen erlassen. "Aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes", wie Zabka berichtet. Die ihm von der Stadt zugewiesene Stelle für sein Labyrinth liegt in einem Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet).

Kulturamt muss neue Spielorte suchen

Das bestätigt Kulturamts-Sprecherin Ina Dorn. Als FFH-Gebiet gilt jedoch nicht nur der Bereich zwischen der kurvenartig verlaufenden Panzerstraße und der Elbe, wo das Labyrinth stehen sollte, sondern die gesamte Wiesenfläche in Richtung Serkowitz. Damit können dort auch keine Konzerte und Theateraufführungen stattfinden. Das Kulturamt muss nun neue Spielorte ausfindig machen.

"Die Stadt hätte sich vorher informieren müssen", meint Zabka. Dem 66-Jährigen, der sonst immer ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen hat, ist nicht zum Lachen. Zwei Tage hat er mit seiner Mannschaft umsonst gebaut, zwei weitere mussten sie warten, bis sie grünes Licht hatten, am alten Standort einen neuen Anlauf zu starten. Am Freitag legten sie los, konnten die bereits geplante Eröffnung am Sonnabend jedoch nur in einem fragmentarisch gebliebenen Labyrinth feiern. Als Kultur-Forum soll es die nächsten Wochen dienen.

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