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Hartha: Erster beim schnellen Internet

Vom Bund hat die Stadt Hartha die Fördergeldzusage für den Breitbandausbau bekommen. Geht es nun ganz schnell?

Anja Gaudlitz (rechts) hofft ebenso wie CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann und Bürgermeister Ronald Kunze darauf, dass die Firma bald ans schnelle Internet angeschlossen wird.
Anja Gaudlitz (rechts) hofft ebenso wie CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann und Bürgermeister Ronald Kunze darauf, dass die Firma bald ans schnelle Internet angeschlossen wird. © Dietmar Thomas

Hartha. Anja Gaudlitz ballt vor Freude die Faust. Endlich könnte es losgehen, dass der Harthaer Ortsteil Nauhain mit schnellem Internet versorgt wird.

Immer wenn die Geschäftsführerin des Landwirtschaftsbetriebes Wendishain, der in Nauhain ansässig ist, etwas für den Betrieb übers Internet bestellen oder Anträge ausfüllen will, muss sie hoffen, dass die Leitung hält. „Doch meistens bricht diese zusammen oder es ist gar nicht erst möglich, die entsprechende Verbindung aufzubauen“, sagt Anja Gaudlitz.

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Wichtige Anträge von zu Hause verschickt

Vor einiger Zeit sei ein neuer Router installiert worden. „Es hieß, damit funktioniert es besser. Doch es ist eher schlechter geworden“, so die Geschäftsführerin. Sie spricht von einer Übertragungsrate von 0,3 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Wenn Gaudlitz einen wichtigen Antrag absenden muss, macht sie das lieber von zu Hause aus, weil dort die Verbindung besser ist.

Der Landwirtschaftsbetrieb Wendishain GbR bewirtschaftet eine Fläche von 388 Hektar. Außerdem gibt es noch einen kleinen Bestand von 38 Mutterkühen.

Grund für die Freude von Anja Gaudlitz ist der Besuch der Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann (CDU). Sie überbringt den symbolischen Fördergeldbescheid des Bundes in Höhe von 4,94 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Hartha und seinen Ortsteilen. 

„Die Firmen sind in ihrer Arbeit dringender denn je auf eine verlässliche und intensive Datenübertragung angewiesen“, sagt Veronika Bellmann.

Stadt Hartha beantragt nun auch Geld vom Freistaat

Der Fördergeldbescheid des Bundes ist Voraussetzung dafür, dass die Stadt Hartha nun auch die entsprechenden Gelder beim Land Sachsen beantragen kann. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) verspricht, den Antrag noch am Montag einzureichen. „Am Dienstag tagt der Finanzausschuss des Landtages. 

Wenn wir Glück haben, wird unser Antrag dort schon auf der Tagesordnung stehen“, sagt Kunze. Falls es der Antrag am Dienstag nicht auf die Tagesordnung schaffe, müsse man warten, bis der Finanzausschuss das nächste Mal zusammenkomme, so Kunze. „Erst wenn vom Land Sachsen das Okay kommt, können wir die Ausschreibung der Leistungen vorantreiben“, so Kunze.

Das Gesamtvolumen des in Eigenregie der Kommune geführten Projektes beläuft sich auf rund 8,24 Millionen Euro. Der Freistaat Sachsen wird davon etwa 3,16 Millionen Euro übernehmen. Auch der Eigenanteil der Kommune in Höhe von rund 133.000 Euro werden vom Freistaat Sachsen ausgeglichen.

Glasfaserkabel geht bis ins Haus

„Mit der Breitbandförderung öffnet sich das Tor zur digitalen Zukunft unserer Stadt Hartha ein großes Stück“, freut sich Ronald Kunze. Dies sei nicht zuletzt dem Engagement von Veronika Bellmann zu verdanken. „Aber auch die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung haben einen großen Anteil daran, dass wir im Landkreis Mittelsachsen so etwas wie eine Vorreiterrolle einnehmen können“, sagt Kunze.

Bereits im Dezember 2018 hatte Hartha als erste sächsische Kommune vom Freistaat Sachsen den sogenannten Upgrade-Bescheid für den Glasfaserausbau erhalten. Dabei hatte die Stadt, wie die meisten Kommunen auch, zunächst den „normalen“ Breitbandausbau beantragt. 

Symbolbild: Breitband bis an die Haustür. Verteilkasten stehen an der Straße.
Symbolbild: Breitband bis an die Haustür. Verteilkasten stehen an der Straße. © Kristin Richter

Das heißt, Glasfaserkabel bis zum Verteiler und von da Kupferkabel in die Haushalte. Mit dem Upgrade ermöglichte der Gesetzgeber jedoch einen vollständigen Ausbau mit Glasfaserkabel. „Die Ausschreibungen sind erledigt und geprüft. Sobald der Bescheid des Landes vorliegt, kann mit der Verlegung begonnen werden“, sagte Kunze.

Der Breitbandausbau in Hartha umfasst die FTTB-Erschließung, dabei wird Glasfaserkabel bis ins Gebäude verlegt, von 1.112 Haushalten, 147 Unternehmen und zehn öffentlichen beziehungsweise institutionellen Einrichtungen mit einer Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s. 

Dazu werden 253 km Kilometer Glasfaserkabel und auf 145 Kilometer Leerrohre verlegt sowie 18 Kabelverzweiger und drei Hauptverteiler errichtet.

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Der Artikel wurde am 01.09.2020 um 10:05 Uhr aktualisiert.

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