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Naumanns möbeln alte Maschinen auf

Frauenhain lädt amWochenende zumInselfest ein. Ein Höhepunkt ist der historische Markt. Viele Einwohner wirken dabei mit.

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Von Kathrin Schade

Wir sind absolute Aufbauer“, sagt Anita Naumann mit berechtigtem Stolz. Denn was die adrette Dame und ihr Ehemann Erhard in den letzten fünf Jahren aus ihrem alten Dreiseitenhof in Frauenhain gezaubert haben ist eine Augenweide. Aus den Ställen wurden Wohnräume, die längst ausgediente Waschküche wurde zum schmucken Gästehaus umgebaut und die etwa 220 Quadratmeter große Scheune neu eingedeckt und geputzt.

Einblicke ins private Museum

„Nachdem wir unseren Hof ,ausgemistet’ hatten, störte uns plötzlich die Leere. Vor allem jene in der Scheune“, erzählt der rüstige Senior. Wie wär’s, wenn wir alte Landwirtschaftsmaschinen sammeln, sagten sich die beiden. Und hätten damals nie gedacht, wie ruckzuck sie die vielen Ausstellungsstücke für ihr kleines privates Bauernmuseum zusammen hatten. „Geholfen hat uns dabei Fuhrunternehmer Rainer Sachse. Er war es, der im ganzen Sachsenland marode Geräte und Maschinen für uns aufgekauft hat“, erzählt Anita Naumann. Unter anderem auch, dass ihr Mann die Technik wieder in Schwung brachte, während sie „die Dreckdinger“ restauriert und ihnen einen Farbanstrich verpasst hat. Rübenschneider, Dezimalwaage, Drillmaschine, Heuwender, Sackheber, Pökelfass, Holzegge, Kartoffel-Loch-Gerät sowie zahlreiche Raritäten aus Omas Küche und Waschhaus haben ihren festen Platz gefunden. Alles in Eigenleistung aufgemöbelt, betont der Hausherr. „Allein an dem herrlichen Holzwagen haben wir rund 300 Stunden gewerkelt“, erzählt die sympathische Rentnerin und streicht dabei liebevoll über die großen Eichenholzräder. Es ist deutlich zu spüren, dass das Herz der beiden gelernten Agraringenieure noch immer für die Landwirtschaft schlägt. Nur zu gern gewähren sie allen Interessierten am Sonnabend während des Markttrubels auf der Hauptstraße auch einen Blick in ihr privates Bauernmuseum.

„Es ist fantastisch, wenn die Einwohner so mitziehen und sich ebenfalls etwas für die Festgäste einfallen lassen“, lobt Liane Knabe, Geschäftsführerin der neu gegründeten Kultur und Freizeit GmbH Röderaue, das Engagement der Naumanns. Auch Familie Borstnitz werde eigens für den Markttag eine kleine Tierschau auf ihrem Bauernhof an der Hauptstraße vorbereiten. „Schön wäre es, wenn alle Anlieger ihre Vorgärten und Grundstücke so ideenreich schmücken würden wie vor zwei Jahren“, wünscht sich die Cheforganisatorin. Frauenhain werde am Wochenende schließlich 777 Jahre alt. Und solch eine Schnapszahl komme nicht gleich wieder. Deshalb spiele am 25. Juni nicht nur auf der Insel die Musik, sondern auch von 10 bis etwa 16 Uhr im Ortskern beim historischen Markt.

Sattler Müller, Tischler George, Modemann Haase, Bäcker Raddatz, Papierkünstler, Töpfer, Korbmacher und viele, viele mehr präsentieren ihr Handwerk von damals. Aber auch Vereine sind mit von der Partie. Ob CB-Funker, Hundesportler, Floriansjünger, Polizei mit Puppenbühne und Geschicklichkeitstest oder die Knirpse vom Kinderhaus – sie alle sorgen für beste Unterhaltung der Marktbummler. Liane Knabe ist sich sicher: „Spielt das Wetter mit, dann dürfte nichts mehr schief gehen.“