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Nebenwege nach Holzernte verwüstet

Die Anwohner der Fröhne stecken teils knietief im Schlamm. Ob der Forst bis Wintereinbruch aufräumt?

Von Marion Gründler

Die Eigentümer der Wochenendgrundstücke im Erholungsgebiet Fröhne sind sauer. Seit Wochen schon arbeiten die Holzerntemaschinen – auch Harvester genannt – im Waldstück zwischen dem Harthaer Ortsteil Aschershain und Hoyersdorf bis hinüber zur Staatsstraße 200.

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Die Unruhe durch die Erntegeräte und Transporter in dem sonst stillen Idyll wäre für die Fröhne-Bewohner noch ertragbar. Die Randerscheinungen des Erntebetriebes hingegen nicht. Breitreifen mit grobem Profil haben bis zu 60 Zentimeter tiefe Furchen in die Nebenwege gegraben. Wasser steht in den Rinnen. Der Rand einer Wiese ist platt gefahren. Und über den Zustand der darunter liegenden Schleusenanlage und der Drainagen, die sich durch den stark lehmhaltigen Boden ziehen, mag man nicht nachdenken.

„Sobald es regnet, Frost kommt, verwandeln sich die schlammigen Wege in Rutschbahnen, und dann geht hier die Post ab“, sagt Katharina Brautzsch. Die 53-Jährige verbringt ihre freie Zeit vorzugsweise in der Fröhne. Wie lange sie sich allerdings noch mit dem Auto bis ans abgelegene Grundstück traut, weiß sie nicht. „Erst kürzlich ist jemand im Matsch steckengeblieben. Der kam ohne fremde Hilfe nicht raus.“ Im Ernstfall müsste sie einen Abschleppdienst rufen. Ein Aufriss, vor dem ihr graut. „Wir hier draußen sammeln einmal im Jahr Geld, und davon wird Schotter gekauft, den einer von uns auf die angrenzenden Nebenwege aufbringt und verdichtet“, schildert Katharina Brautzsch. Sie fragt sich, ob sich diese Ausgaben zukünftig noch lohnen.

Der schlechte Zustand der schmalen Verkehrswege bremst die Bewohner aus. Andrea Däumler, die in dem rund 120 Hektar großen Erholungsgebiet ein Grundstück bewirtschaftet, macht sich Sorgen, wie es in der Fröhne weitergehen soll. „Eine fahrbare Arbeitsbühne, mit der überhängende Äste entfernt werden sollten, kam nicht bis ans Grundstück. Der ramponierte Weg war dem Fahrer zu gefährlich. Und der Entsorgungsdienst für Klärschlamm drehte gleich wieder um, als er die Zufahrten sah.“

Wege nicht begehbar

Eine Trasse zwischen nördlicher und südlicher Fröhne sei überhaupt nicht mehr begehbar. „Wenn ich nicht aufpasse, stecke ich bis zu den Knien im Schlamm.“ Man habe absolut nichts dagegen, wenn im Wald Ordnung gemacht werde, so die einhellige Meinung der Naturliebhaber. Doch sollten wenigstens nach der Holzernte die Wege wieder in einem passablen Zustand versetzt werden.

Stefan Scholz, Revierförster des Forstreviers Mittweida, sieht das ähnlich. Dieser Tage seien die Arbeiten auf einer Fläche von 20 Hektar abgeschlossen worden: „Und selbstverständlich werden die Wege, die gelitten haben, in Ordnung gebracht.“ Scholz kennt die Brennpunkte. An einem seien die Bewohner jedoch selbst schuld. „Der Tragschlepper musste sich auf der Wiese an Autos vorbeizwängen, die an der engen Zufahrt abgestellt waren, obwohl jeder wusste, dass wir dort arbeiten. Das ist schlicht unvernünftig.“

Entwässert und planiert werden soll auch die Schlammpiste zwischen nördlicher und südlicher Fröhne. „An für sich handelt es sich hier um keinen öffentlichen, sondern um einen Forstweg“, sagt Revierförster Scholz. Der Forstweg sei in der Bauplanung drin. Offen sei lediglich, ob man die Befestigung noch in diesem Jahr in Angriff nehmen könne. (FP)