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Nedaschütz künftig ohne Feuerwehr

Das Löschfahrzeug ist schon weg. Die verbliebenen Kameraden rücken nun von Prischwitz aus – vor Jahren noch undenkbar.

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Wie sich doch die Zeiten ändern: Vor ein paar Jahren galt die Freiwillige Feuerwehr Nedaschütz innerhalb der Gemeinde Göda wegen ihrer besonders aktiven und gut ausgebildeten Kameraden noch als Aushängeschild. Doch nun wird der Standort aufgelöst. Ab 1. Juli dieses Jahres wird es in Nedaschütz keine Feuerwehr mehr geben. Das hat der Gödaer Gemeinderat nach Aussagen von Bürgermeister Peter Beer (Freie Wähler) jetzt beschlossen. Grund für diesen Schritt sei die zu geringe Anzahl an aktiven Kameraden.

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Jugend hat kein Interesse

Die Entwicklung war schon länger abzusehen, sagt Wehrleiter Burkhard Buder. Durch Wegzug und weil mancher Kamerad altersbedingt aufgehört habe, sei die aktive Truppe immer mehr geschrumpft. „Und bei der Jugend im Ort, die jetzt noch da ist, gibt es leider kein Interesse.“ Mancher sei auch beruflich so stark eingespannt, dass für den Dienst in der Feuerwehr keine Zeit mehr bleibt. So habe man das Löschfahrzeug, wofür sechs Mann Besatzung nötig sind, nicht mehr besetzen können. „Aber es bringt ja nichts, wenn es nur rumsteht“, so Wehrleiter Burkhard Buder.

Deshalb sei nun die Entscheidung gefallen, den Standort Nedaschütz aufzugeben. Das Fahrzeug wurde vor wenigen Tagen bereits an die Feuerwehr im Ortsteil Birkau übergeben, die bisher noch mit einem jahrzehntealten Feuerwehrauto unterwegs war. Die in Nedaschütz jetzt noch aktiven Kameraden tun fortan mit Dienst in Prischwitz. Völlig neu ist das für sie nicht. Denn bereits seit dem Jahr 2008 arbeiten die Kameraden beider Orte in einer gemeinsamen Ortswehr zusammen. Damals war jedoch der Standort Prischwitz vakant, weil es dort Probleme bei der Besetzung der Wehrleitung gab und auch die Ausbildung der aktiven Feuerwehrleute nicht auf dem aktuellen Stand war.

Gerätehaus aufgerüstet

Inzwischen hat sich das Bild im Vergleich zu Nedaschütz gewandelt. „In den letzten drei Jahren sind in Prischwitz mindestens sechs neue Leute dazu gekommen“, sagt Burkhard Buder. Zudem wird der Standort Prischwitz gebraucht, um das Gemeindegebiet flächenmäßig abdecken zu können. Ein neues Gerätehaus, wie einst geplant, wurde zwar nicht gebaut, aber das alte ist aufgerüstet worden. Es bekam ein größeres Tor und Wärmedämmung an die Wände, um die Mindesttemperatur, die für die Lagerung der Atemschutztechnik nötig ist, garantieren zu können. „Nur an den sanitären Bedingungen im Gerätehaus müsste sich noch mal etwas tun“, sagt Burkhard Buder. 21 Kameraden sind nun am Standort Prischwitz aktiv.

Im Gerätehaus in Nedaschütz soll künftig Technik für die Wasserwehr eingelagert werden. Diese Aufgabe zum Hochwasserschutz gewinnt auch in der Gemeinde Göda immer mehr an Bedeutung. „Außerdem überlegen wir, diesen Standort ins Traditionskonzept unserer Feuerwehr einzubeziehen“, sagt Bürgermeister Peter Beer. Darin soll festgelegt werden, was aus den alten Fahrzeugen wird.