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Neißebad hofft auf den 15. Juni

Hallenbäder gehören zu den letzten Einrichtungen, die wieder öffnen dürfen. Kurzarbeit gibt es in Görlitz trotzdem nicht.

Das Neißebad unweit der Kreuzkirche in der Görlitzer Südstadt ist immer noch geschlossen. Der Badleiter hofft auf eine baldige Wiedereröffnung.
Das Neißebad unweit der Kreuzkirche in der Görlitzer Südstadt ist immer noch geschlossen. Der Badleiter hofft auf eine baldige Wiedereröffnung. © Foto: André Schulze

Robert Kubitz bleibt optimistisch. "Wir hoffen, dass wir in der nächsten Corona-Verordnung dabei sein werden", sagt der Leiter des Görlitzer Neißebades. Seit mehr als zwei Monaten ist es wegen der Corona-Auflagen geschlossen. Und noch immer gibt es keinen Termin, wann Hallenbäder in Sachsen wieder Besucher einlassen dürfen. "Wir haben ein fertiges Konzept, wären theoretisch also sofort bereit", sagt Kubitz. 

Auflagen stehen noch nicht fest

Einen Haken aber gibt es: Das Bad muss sich das Konzept genehmigen lassen. Und das ist momentan noch gar nicht möglich, denn noch steht nicht fest, unter welchen konkreten Auflagen Hallenbäder in Sachsen irgendwann wieder öffnen dürfen. Das heißt also: Wenn sie in der nächsten Corona-Schutzverordnung enthalten sind und die tatsächlichen Sicherheits-Bestimmungen für Sachsen feststehen, muss sich das Neißebad beim Gesundheits- und Ordnungsamt alles genehmigen lassen. Das wird sicher ein paar Tage dauern. "Das Optimum wäre deshalb eine Eröffnung am 15. Juni", sagt Kubitz.

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Das Hauptproblem für seine Einrichtung sieht er in den Umkleiden und Duschen. "Es wird definitiv eine Besucherbegrenzung geben", sagt er. Bisher konnte das Bad 180 Gäste einlassen, nach den Regeln des Berufsverbandes wären künftig immer noch rund 130 möglich. Allerdings sind die Umkleiden und Duschen eng. "Deshalb könnte es passieren, dass wir nur 50 Leute einlassen dürfen", befürchtet Kubitz. Sicher sei all das freilich erst, wenn die Regeln für Sachsen bekannt sind.

Teilweise Verständnis für die Regeln

Kubitz hatte ursprünglich damit gerechnet, dass das Bad einen Monat früher eröffnen darf: "Vielleicht zusammen mit den Freibädern, das wäre plausibel gewesen." Wenn es um Umkleiden und Duschen geht, kann er strenge Regeln verstehen. Beim Bad selbst eher nicht: "Chlorwasser tötet das Virus innerhalb von Sekunden ab." Da seien die Regeln sicher etwas übertrieben. Doch das Bad müsse sich nun mal an den "schwächeren Bereich" halten, und das seien die Umkleiden und Duschen. Seiner Meinung nach wäre es vielleicht gut, wenn alle, die das Risiko für zu hoch halten, zu Hause bleiben und alle anderen kommen dürften. 

Das Neißebad hat die Zwangspause genutzt, um die jährliche Revision, die für den Sommer geplant war, vorzuziehen. "Wir haben auch Arbeiten erledigt, die sonst immer liegen geblieben sind, zum Beispiel den Keller mal richtig aufgeräumt", sagt der Badleiter. Das, was jedes Jahr gemalert wird, war jetzt auch wieder dran. Um Geld zu sparen, haben die Mitarbeiter dabei selbst Hand angelegt. Größere Umbau- oder Malerarbeiten hingegen waren weder für dieses noch für nächstes Jahr geplant. Folglich ist jetzt auch nichts Größeres erledigt worden, die Besucher werden keine Veränderungen sehen - außer natürlich, dass alles blitzblank ist. "Wir haben uns für all das mehr Zeit gelassen als sonst, aber nach vier Wochen hätten wir trotzdem wieder öffnen können", sagt Kubitz. Seither haben sich die Mitarbeiter und er vor allem auf den Keller und Pflegearbeiten im Außengelände konzentriert.

Mitarbeiter haben Minusstunden aufgebaut

Im Neißebad sind 14 Mitarbeiter und drei Azubis tätig. In Kurzarbeit gehen musste keiner von ihnen. Sie haben ihre Überstunden ab- und Minusstunden aufgebaut. Die werden sie nach der Wiedereröffnung recht schnell abbauen können. "Der personelle Aufwand wird größer als früher, vor allem für Reinigung und Desinfektion", sagt Kubitz. Er hat den Abbau der Minusstunden schon mal durchgerechnet: "Das geht auf." Lange darf die Badschließung aber wirklich nicht mehr dauern: "Ansonsten droht auch bei uns Kurzarbeit."

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