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Was wird aus diesem Görlitzer Neißeufer-Grundstück?

An der Hotherstraße/Ecke Nikolaigraben gibt es Gärten und Parkplätze. Einst war hier eine Fußgängerbrücke. Und künftig?

Eigentlich sind es drei Grundstücke, die der Stadt gehören: Das erste beinhaltet mehrere Gärten, südlich davon ist ein Parkplatz und südöstlich davon noch eine Wiese am Ufer.
Eigentlich sind es drei Grundstücke, die der Stadt gehören: Das erste beinhaltet mehrere Gärten, südlich davon ist ein Parkplatz und südöstlich davon noch eine Wiese am Ufer. © SZ Grafik

Alte Postkarten zeigen es noch: In Verlängerung des Nikolaigrabens führte bis 1945 eine Fußgängerbrücke ans Ostufer der Neiße. Doch längst sind da, wo einst der westliche Brückenkopf war, Gärten. Die Stadt hat sie verpachtet. Auch das angrenzende Grundstück Hotherstraße 1 ist in städtischer Hand. Als Bauherr Bernd Thiedig die Häuser Hotherstraße 3 bis 7 sowie 37 bis 39 sanierte, pachtete er die Fläche von der Stadt, um sie als Bau-Lager zu nutzen. Seither läuft der Pachtvertrag weiter, Thiedig bietet seinen Mietern gut 20 Parkplätze an.

Bewohner kämen an den Fluss

Kürzlich trafen sich die Stadträte aus dem Technischen Ausschuss (TA) vor Ort, um sich beide Grundstücke anzusehen: Gärten und Parkplatz. „Wir hatten die Idee, beide Grundstücke zusammen zu einem öffentlichen Park zu machen“, sagt Bürgermeister Michael Wieler. Es gäbe den Bewohnern der Nikolaivorstadt die Möglichkeit, an den Fluss zu gelangen. „Im TA waren wir uns sehr einig, dass ein öffentlicher Park sehr schön wäre“, sagt Wieler.

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Das sehen aber nicht alle so. Die langjährigen Gartenpächter würden gern bleiben. Bernd Thiedig geht es mit dem Parkplatz genauso: „Ich habe der Stadt schon angeboten, ihn zu kaufen, aber das wurde abgelehnt.“ Wieler bestätigt Letzteres: „Ein Verkauf ist keine Option, wir wollen einen öffentlichen Zugang zur Neiße behalten.“

Stadt hat andere Prioritäten

Doch wird die Stadt tatsächlich einen Park bauen? „Erst einmal nicht“, sagt Wieler. Weder die Gartenbesitzer noch Thiedig müssten mit einer kurzfristigen Kündigung rechnen. Allein schon aus finanziellen Gründen habe die Stadt keine Absicht, das Thema in den nächsten Jahren anzugehen: „Wir haben andere Prioritäten.“ Allerdings denke die Stadt über ein touristisches Projekt nach: Zwischen Kaisertrutz und diesem Grundstück gibt es, immer entlang der Stadtmauer, einzelne städtebauliche Missstände, vor allem unsanierte Häuser. „Die ließen sich als Linie darstellen und dann könnten wir dafür eine europäische Förderung beantragen“, überlegt Wieler. Aber auch das sei bisher nur eine Überlegung: „Es ist etwas, worüber wir zukünftig mal nachdenken könnten.“ Sogar der Wiederaufbau einer Brücke sei eine Option.

Gärtner können vorerst aufatmen

Derzeit geht Wieler aber davon aus, dass die Gärten „noch eine ganze Weile bleiben werden“. Und auch Thiedigs Mieter können erst einmal weiter parken. Das Nachbargrundstück Hotherstraße 2 ist übrigens nicht betroffen. Es gehört Thiedig – und ist ebenfalls ein Parkplatz.

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