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Neonazis marschieren zum Niederfriedhof

Bürgermeister Axel Buschmann (SPD), Landrat Manfred Graetz (CDU) und Döbelner Stadträte haben auf dem Niederfriedhof der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht. Diese Ehrung wurde gestört. Am...

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Von Elke Kunze

Bürgermeister Axel Buschmann (SPD), Landrat Manfred Graetz (CDU) und Döbelner Stadträte haben auf dem Niederfriedhof der Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht. Diese Ehrung wurde gestört. Am Grabmal für zwei Opfer des Ersten Weltkriegs waren vier junge Männer und eine Frau erschienen, die offenbar der Kameradschaft Division Döbeln angehören. Zumindest ist so der Kranz unterzeichnet, den die Neonazis an dem Grabmal niederlegten. Zuvor hatte einer von ihnen die „Heldentaten“ der Deutschen während der Weltkriege gewürdigt. In Anschluss sang die Gruppe das Deutschlandlied. Einer der Teilnehmer der offiziellen Veranstaltung hatte die Polizei gerufen. Die Beamten nahmen die Personalien der Rechtsradikalen auf. „Wir haben Ermittlungen aufgenommen, müssen aber erst die Zeugen hören“, so der Diensthabende des Polizeireviers Döbeln gestern auf Anfrage.

Landrat Manfred Graetz äußerte sich bestürzt über die Störung der Gedenkveranstaltung. „Es ist traurig, dass es immer noch Menschen gibt, die dem kriegsverherrlichenden Gedankengut nachhängen“, sagte er.

Wenige Stunden später formierte sich auf dem Edeka-Parkplatz ein Zug von Neonazis. Die etwa 30 jugendlichen Anhänger der rechtsradikalen Szene zogen mit Fahnen und Fackeln durch die Stadt. Ihr Ziel war abermals der Niederfriedhof, wo sie sich an der selben Grabstelle versammelten wie bereits am Vormittag. Der Sprecher der Gruppe beharrte darauf, dass man „die gleiche Legitimation wie Landrat und Bürgermeister habe, die Kriegstoten zu ehren“. Die Polizei begleitete die Demonstration, die von Linken beobachtet wurde.