SZ +
Merken

Netze oder Wandsollen Hang schützen

Einwohnerversammlung in Ottendorf bringtKlarheit über gesperrte Straße ins Kirnitzschtal.

Teilen
Folgen

Von Anja Weber

Proteste und empörte Anrufe der Ottendorfer im Landratsamt und bei der Nationalparkverwaltung haben Wirkung gezeigt: Die derzeit voll gesperrte Straße ins Kirnitzschtal soll voraussichtlich ab dem 4. Juli wieder befahrbar sein.

Mit dieser Information nahm Dieter Heidenreich von der Kreis-Verkehrsbehörde den Einwohnern den Wind aus den Segeln. Sie waren in den vergangenen Tagen verärgert über die kurzfristige Sperrung ihrer einzigen Verbindung hinab ins Kirnitzschtal. Die Gastwirte und Vermieter befürchteten starke Verluste im Geschäft. „Diese Straße ist für uns der Nabel zum Tourismus und kann nicht einfach längere Zeit gesperrt werden“, sagt Bürgermeister Robert Läsker (CDU).

Gefahr durch Steinschlag

Grund der Sperrung waren zwei Steinschläge und das mögliche weitere Abrutschen des Hanges am Arnstein. Dass die Befürchtungen nicht aus der Luft gegriffen sind, beweist ein Gutachten des Landesamtes für Umwelt und Geologie, welches das Nationalpark- und Forstamt in Auftrag gegeben hatte. Allerdings sind seitdem schon drei Monate vergangen. Der lange Zeitraum ärgert Jürgen Stein, den Chef der Behörde. Da es künftig auch an anderen Stellen zu solchen Abstürzen kommen kann, müsse man über Sofortmaßnahmen nachdenken. „Einfache müssen das sein, um dann schrittweise an das Problem heranzugehen“, sagt Stein. Sein Vorschlag sind kurzfristige Lösungen, um künftig längere Sperrzeiten zu verhindern. „Es geht hier um die schnelle Beräumung. Eine lange Sperrung wäre für die Ottendorfer tatsächlich ein dicker Schlag ins Kontor.“ Und der Nationalparkchef musste auch eingestehen, dass die Region bislang zu wenig auf solche Fälle vorbereitet sei.

Angesichts knapper Kassen müssten Parkverwaltung, Landratsamt und Regierungspräsidium gemeinsam nach Lösungen suchen, so Steins Appell in Richtung Kreisbehörde. Die war in den letzten Tagen nicht untätig, holte zahlreiche Spezialisten vor Ort. „Wir prüfen derzeit zwei Varianten – zum einen die Sicherung des Felsens mit einem schweren Drahtgeflecht“, sagt Dieter Heidenreich. Ob die Stahlnetze in dem sowieso schon porösen Felsen gut befestigt werden können, sei aber ungewiss. „Zum anderen prüfen wir , ob eine Prallwand angebrachter ist.“

Bislang haben die Experten noch keine Entscheidung getroffen. „Wir setzen auf eine Lösung die schnell, billig und sicher ist“, erklärt Heidenreich. In der nächsten Woche soll zunächst mit dem Fällen der Bäume begonnen werden. Die Wurzelstöcke aber bleiben im Gestein, da befürchtet wird, dass sich sonst weiteres Geröll lösen könnte. Zur gleichen Zeit demontiert der Bauhof der Gemeinde die Geländer. Danach folgt die eigentliche Sicherung des Hanges.

Pendelverkehr gerettet

Wie hoch die Kosten ausfallen, wollte Heidenreich nicht sagen. Das Geld komme aus dem Finanzausgleichs-Förderprogramm des Freistaates. Ab der 27. Kalenderwoche soll die Straße für Pkw und für Busse wieder befahrbar sein. Damit dürfte auch der geplante Pendelverkehr zum Kirnitzschtalfest Ende Juli gerettet sein. Der Wanderweg über den Arnstein ist von den Bauarbeiten nicht betroffen. Des weiteren lässt das Landratsamt durch das Wirtschaftsministerium prüfen, ob das in Bayern übliche Verkehrszeichen „Steinschlaggefahr“ auch hier angebracht werden kann. Außerdem wollten Ottendorfer wissen, ob sie eine Entschädigung aufgrund längerer Fahrtwege bekämen. Das verneinte Dieter Heidenreich.