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Kamenz

Neuanfang in Peru

Die beiden aus Kamenz nach Venezuela abgeschobenen Flüchtlinge sind in Sicherheit. Mithilfe einer Geldsammlung der Kamenzer Adventgemeinde.

Marylin und Adler, hier während einer Veranstaltung der Kamenzer Adventgemeinde, konnten dank der Geldspende vieler Gemeindemitglieder und Helfer, jetzt von Caracas nach Lima fliegen. Dort haben sie bereits Fuß gefasst.
Marylin und Adler, hier während einer Veranstaltung der Kamenzer Adventgemeinde, konnten dank der Geldspende vieler Gemeindemitglieder und Helfer, jetzt von Caracas nach Lima fliegen. Dort haben sie bereits Fuß gefasst. © Foto: Michael Horn

Kamenz. Nur kurz nach Ostern ist eine gute Botschaft auch aus der Kamenzer Adventgemeinde zu verkünden. Dies schreibt Ex-Pastor Wilfried Krause per Mail: „Ich möchte mitteilen, dass die Geschichte mit Marylin und Adler einen guten Ausgang nahm.“ Wie geplant sei es dem jungen Ehepaar gelungen, Venezuela per Flugzeug zu verlassen. „Die Tickets haben die Eltern in Lima dank der erhaltenen Euros besorgt.“ 

Die beiden Flüchtlinge, die Deutschland vergeblich um Asyl gebeten hatten, seien sehr dankbar und glücklich, dort angekommen zu sein. „Beide haben schon eine Arbeit gefunden“, teilt Wilfried Krause weiter mit. „Adler arbeitet in einer Nagelfabrik und Marylin vorerst als Kellnerin. Sie kommt ja eigentlich aus der Krankenpflege.“

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Ex-Pastor Krause hatte sich am 18. März vor dem Kamenzer Rathaus in Ketten gelegt, um gegen das staatliche Handeln im Falle der beiden jungen Leute zu protestieren. Sie waren in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Asylheim in Kamenz abgeholt und sofort in Berlin in einen Flieger nach Caracas gesteckt worden. Obwohl Venezuela am Rande eines Bürgerkrieges steht, wurde das Paar dorthin abgeschoben. 

Mit den Ausländerbehörden vor Ort war eigentlich die Ausreise nach Peru, wo die Mutter von Marylin lebt, bereits abgesprochen gewesen. Offenbar gab es von zentraler Stelle Zweifel daran. Jetzt zeigt es sich, dass es den beiden ernst gewesen ist. (SZ)