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Neubau schließt letzte Lücke auf der Hüblerstraße

Nach langem Stillstand entsteht neben der Schillergalerie bis 2015 ein Wohnhaus mit neuen Geschäften.

Von Tobias Wolf

Fred Falland ist erleichtert. Der letzte Beton ist aus seinem Mischfahrzeug geflossen. Rund 60 Kubikmeter hat der 63-Jährige auf die neue Baustelle an der Hüblerstraße geliefert. Mitten im dicksten Verkehr ist das Manövrieren in der kleinen Einkaufsstraße am Schillerplatz kein Vergnügen. „Aber als Lkw-Fahrer sind wir ja fischelant“, sagt Falland und lacht.

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Mit den betongefüllten Bohrpfählen werde der Untergrund neben der Tiefgarage der Schillergalerie stabilisiert, erläutert Bauherr Wolfgang Tönnies. Denn die Außenwand des Einkaufszentrums allein sei nicht stark genug, die Last des neuen Gebäudes aufzufangen. Der 60-Jährige ist Sprecher einer Berliner Investorengemeinschaft, die die letzte Baulücke auf der Hüblerstraße schließt. Dort soll ein vierstöckiges Gebäude mit Ladenflächen und vier Mietwohnungen entstehen. In den ersten beiden Etagen sollen die Geschäftsräume untergebracht sein, sagt Tönnies. Rund drei Millionen Euro werden auf dem 350 Quadratmeter großen Grundstück investiert. Der Bremer Geschäftsmann habe in der Vergangenheit schon einige Bauten in Dresden saniert, unter anderem in der Neustadt und im Hechtviertel. „Für unseren Neubau haben wir verschiedene Flächen in Berlin und Dresden geprüft und uns für dieses Grundstück entschieden“, sagt Tönnies.

Das Areal an der Hüblerstraße hat die Investorengemeinschaft vom Dresdner Unternehmen SKS Immobilien gekauft. Früher war in dem Gebäude das Trödelcafé untergebracht. Ursprünglich sollte der alte Flachbau im Stil der 1950er-Jahre saniert und an Händler neu vermietet werden. Offenbar war das Gebäude aber schon zu stark beschädigt, als dass sich dessen Erhalt gelohnt hätte. Deshalb hatte das Unternehmen bereits mit einem Teilabriss begonnen. Die Bauaufsicht stoppte die Arbeiten. „Es wäre wohl keine Sanierung im Bestand mehr gewesen“, sagt SKS-Geschäftsführer Ulrich Kauffmann. „Ein Neubau sollte aber deutlich höher werden.“ Also plante SKS ein Medizinzentrum mit mehreren Arztpraxen sowie Wohnungen, das bis Anfang 2012 fertig sein sollte. Dem Rathaus zufolge lag nach Abschluss der Planungen bereits seit Oktober eine Baugenehmigung vor. „Dann hat das Projekt aber nicht mehr zu unseren wirtschaftlichen Zielen gepasst“, sagt Kauffmann. Deshalb habe SKS Immobilien das Grundstück schließlich an die Investoren um Wolfgang Tönnies verkauft. Seit Mitte Mai gibt es nun eine neue Baugenehmigung. Jede der Wohnungen soll zwischen 100 und 150 Quadratmetern groß sein. Im Obergeschoss gehören später zwei begrünte Dachgärten dazu, sagt Tönnies. „Wir wollen sowohl die Läden als auch die Wohnungen selbst vermieten.“

Diese sollen nach einem speziellen Schallschutz- und Energiekonzept gebaut werden, auch um den künftigen Mietern einen Teil des Verkehrslärms auf der Hüblerstraße zu ersparen. So verfügen alle Wohnungen über eine spezielle Lüftung, die die Räume bei geschlossenen Fenstern mit Frischluft versorgt. Im Winter unterstützt das System die Heizung. Im Herbst soll der Rohbau stehen. Derzeit wird das Betonieren des Kellergeschosses vorbereitet. Eine Tiefgarage sei aus Platzgründen nicht möglich. Allerdings könnten die künftigen Mieter die benachbarte Garage der Schillergalerie nutzen. Im April 2015 könnte das Wohn- und Geschäftshaus fertig sein, schätzt Wolfgang Tönnies ein.